Der Abend dreht sich um die 1928 in der Stadt am Rhein geborene Hannelore Hermann und erzählt von ihren Kindertagen bis hin in die Vernichtungslager der Nazis. Zusammen mit ihren beiden älteren Brüdern wuchs das Mädchen mit großem Interesse an Sprache und Musik in der südlichen Vorstadt auf. Ihr Vater war als selbständiger Handelsvertreter aktiv, bis ihn 1938 ein Berufsverbot traf. Das Verbot wurde zum entscheidenden Wendepunkt für die Familie. Zur gleichen Zeit wurde Hannelore wie viele jüdische Schülerinnen und Schüler von der öffentlichen Schule verwiesen. Zusammen mit 337 anderen Frauen und Männern wurde die Familie dann 1942 bei der ersten Deportation aus Koblenz ins Ghetto nach Ostpolen deportiert. Später dann wurde Hannelore Hermann ins Vernichtungslager Sobibor überstellt, wo ihr kurzes Leben ein schreckliches Ende fand. Von der Familie überlebten am Ende nur ihre beiden Brüder in Palästina und Großbritannien.
Harald Orth ist Autor und ehemaliger Lehrer und Schulseelsorger am Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz. Zu seinen Werken gehören „Zieh vorwärts: Großen Christen aus zwei Jahrtausenden begegnen“ und das in der Veranstaltung gelesene Buch „Wir lachten oft und gerne“ über die Koblenzer Jüdin Hannelore Hermann.
Veranstaltung: Lesung aus dem Buch „Wir lachten oft und gerne“ mit dem Autor Harald Orth
Termin: Freitag, 8. November 2024, 18 Uhr
Ort: Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek, Bahnhofplatz 14, 56068 Koblenz