Frau schaut durch ein Bücherregal © Royalty-Free / Corbis

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Veranstaltungsübersicht Bibliotheca Bipontina Zweibrücken

9. Februar bis 27. April 2017: Ausstellung "Vielerlei Vorsätze. Kleine Kunstwerke geben Büchern Halt"

Die Ausstellung wird am Donnerstag, dem 09. Februar 2017, um 19:30 Uhr im LBZ /    Bibliotheca Bipontina mit einem Vortrag von Dr. Sigrid Hubert-Reichling eröffnet.

Die aktuelle Ausstellung des LBZ / Bibliotheca Bipontina nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch die Geschichte der Gestaltung der Vorsätze von Büchern, die zugleich eine  Geschichte des Buntpapiers ist. Mit Beispielen aus dem eigenen Bestand der Bibliothek werden die Techniken erklärt, die dazu führen, dass Papier einem ganzen Band Halt zu geben vermag.
Chronologisch geordnet nach dem Aufkommen diverser Gestaltungsmöglichkeiten von Papier, entfaltet sich vor den Augen der Betrachtenden eine bunte Schau von Vorsätzen mit Kleister-, Modeldruck- und Marmorpapier, wobei das letztgenannte oft an einen Blick durch ein Kaleidoskop erinnert. Bei dieser Technik können sich, wie das Motiv der Ausstellung belegt, Strukturen ergeben, die an bewusstes künstlerisches Gestalten zum Beispiel bei Bildern Emil Noldes erinnern. -  Mit prunkvollen Beispielen wird zudem belegt, wie die Faszination des Goldes im Barock auch die Buntpapiere jener Zeit prägt, die damals von speziellen Buntpapierverlegern den Buchbindern angeboten wurden. Ihre Druckermarken zeigen heute noch die Handelsverbindungen jener Buchbinder, die Aufträge der Zweibrücker Herzöge erhielten.
Doch nicht nur technische Fragen des Bucheinbandes oder Vorsatzpapieres von den Anfängen im 16. Jahrhundert über repräsentativ-überladene gründerzeitliche Varianten und  kunsthandwerkliche Ausprägungen im Jugendstil sind bis hin zu Gestaltungsprinzipien unserer Zeit in der Ausstellung zu erkunden. Unerwartet spannend gestaltet sich zudem der Blick, den die Verwendung von Buntpapieren hinter die Kulissen von Buchbinderwerkstätten erlaubt. Nicht nur die ‚Restverwertung‘ bunten Papiers und Vorratshaltung von Buntpapieren wird dabei offensichtlich, sondern auch ganz spezielle Sammlungszusammenhänge.
„Vielerlei Vorsätze“ lenken den Blick in der aktuellen Ausstellung des LBZ / Bibliotheca Bipontina auf ein Detail der Buchkunde, das selbst in der Fachliteratur nur allzu gerne übersehen wird, obwohl es eine Stilgeschichte ganz eigener Art schreibt


Den Eröffnungsvortrag am Donnerstag, dem 09. Februar, hält  Dr. Sigrid Hubert-Reichling ab 19.30 Uhr.

 

Ausstellungsdauer: 09.02.-27.04..2017 – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 – 13 Uhr; Montag, Mittwoch, Freitag 14 – 17 Uhr – Kontakt: LBZ / Bibliotheca Bipontina – 66402 Zweibrücken – Bleicherstr. 3 – www.lbz.rlp.de
Der Eintritt ist kostenlos
Verantwortlich: Dr. Sigrid Hubert-Reichling

 

 

11. Mai 2017: Ausstellung "Der Zweibrücker Friedhof"

Fotoausstellung von Studiendirektorin i.R. Anita Bischoff. Ausstellungseröffnung am 11. Mai um 19.30 Uhr mit einem  Vortrag von Heiko Wunderberg

Veranstaltungsübersicht Pfälzische Landesbibliothek Speyer

25. April 2017: Vortrag "Die Pfalz im Königreich Bayern 1816-1918" von Prof. Dr. Karsten Ruppert

Am Dienstag, den 25. April 2017 hält Prof. Dr. Karsten Ruppert um 19 Uhr einen Vortrag, der das Verhältnis der Pfalz zum Königreich Bayern im Rahmen seiner Zugehörigkeit von 1816-1918 beleuchtet. Der Eintritt ist frei.
In Zusammenarbeit mit der Hambach-Gesellschaft für historische Forschung und politische Bildung e.V.

Mit dem Ende Napoleons und der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress wurde die heutige Pfalz 1815 dem Königreich Bayern zugeschlagen. Sie gehörte aufgrund ihrer langjährigen Zugehörigkeit zu Frankreich damals zu den modernsten Regionen Deutschlands. Wie diese in eine aufgeklärte Monarchie integriert wurde, ist das große Thema der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie sich die Pfalz dann mit den Verhältnissen arrangierte und ihre Identität zu bewahren versuchte, das der zweiten Hälfte.
Ruppert schildert dabei nicht nur die politische Geschichte der Pfalz im 19. Jahrhundert, sondern er geht auch auf Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur ein. Dieser Blick auf die Pfalz zeigt, wie sehr diese Region die deutsche Geschichte geprägt hat und wie modern diese Landschaft im 19. Jahrhundert war.

Karsten Ruppert, Emeritus des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt, hat zum Thema 'Pfalz und Bayern im 19. Jahrhundert' gerade zwei Publikationen vorgelegt: Einmal als Herausgeber des Sammelbandes Wittelsbach, Bayern und die Pfalz: das letzte Jahrhundert, der bei Duncker & Humblot erschienen ist; zum anderen mit der Gesamtdarstellung Die bayerische Pfalz 1816-1918. Geschichte, Kultur und Identität, die Ende März bei Kohlhammer erscheint. Der Vortrag ist mit der Vorstellung der beiden Publikationen verbunden.

4. Mai 2017: Ausstellungseröffnung "Thomas Nast - aktuell damals wie heute. Der pfälzische Vater der politischen Karikatur in den USA"

Ausstellungsdauer: 5. Mai - 2. September 2017

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 4. Mai 2017 um 19.30 Uhr.

  • Grußwort: Thomas Hirsch (Oberbürgermeister der Stadt Landau).
  • Einführung in die Ausstellung: Hubert Lehmann (Thomas-Nast-Verein, Landau).
  • Vorstellung des Nast-Projekts im Digitalisierungsportal "dilibri": Christoph Mayr (LBZ).

In Zusammenarbeit mit dem Thomas-Nast-Verein Landau in der Pfalz.

Hubert Lehmann bietet an folgenden Samstagen jeweils um 10.30 Uhr Führungen durch die Ausstellung an:

27. Mai 2017;   8. Juli 2017;   29. Juli 2017;   26. August 2017

Anmeldungen für die Führungen bitte unter folgender Tel.-Nr.: 06232 9006-224 bzw. E-Mail: info.plb(at)lbz-rlp.de

Über Thomas Nast und die Ausstellung:
Das LBZ besitzt den zeichnerischen Nachlass von Thomas Nast mit rund 2.000 Karikaturen und digitalisiert diesen seit 2016. Annähernd 1.000 Karikaturen finden Sie bereits in der thematischen Sammlung Thomas Nast in unserem Digitalisierungsportal "dilibri".

Thomas Nast war ein gebürtiger Pfälzer und der berühmteste Zeichner in den USA im 19. Jahrhundert. Geboren am 26.09.1840 in Landau in der Pfalz, wanderte seine Mutter mit ihm und seiner Schwester 1846 in die USA aus; sein Vater war Oboist in der Kapelle des 9. Bayerischen Regiments und zog 1850 nach Ende seiner Dienstzeit zu seiner Familie nach New York. Das zeichnerische Talent von Nast wurde früh erkannt und gefördert. Im zarten Alter von 15 Jahren bot er seine erste Zeichnung
Leslies’s Illustrated News in New York an und erhielt eine Stelle als Zeichner und Graveur. Bereits mit 19 Jahren arbeitete er als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen. 1861 heiratete Nast Sarah Edwards, die aus einer wohlhabenden liberalen New Yorker Familie des Bildungsbürgertums stammte. Entscheidend für seine Karriere war die Festanstellung bei Harper’s Weekly 1862. Für diese Zeitschrift fertigte er Zeichnungen zum Bürgerkrieg nach Vorlagen von Künstlern, die am Kriegsgeschehen teilnahmen, kämpfte mit seinen politischen Karikaturen gegen Korruption, gegen die Diskriminierung von Minderheiten und griff weitere gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Themen seiner Zeit auf. Nast war der Vater der modernen politischen Karikatur, wobei er sich auf die Portraitkarikatur spezialisierte. Er begleitete mit seinen Zeichnungen – durchaus parteiergreifend – sämtliche Präsidentschaftswahlen von 1864-1896. 1902 bot Präsident Theodor Roosevelt dem wirtschaftlich in Not geratenen Nast den Posten eines Konsuls in Ecuador an, wo dieser noch im selben Jahr am 7. Dezember an Gelbfieber verstarb.

In der Ausstellung werden Zeichnungen gezeigt, die im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg und der Sklavenbefreiung entstanden, die die Diskriminierung von Minderheiten wie Indianern und Chinesen aufzeigen und sich mit den Problemen bei der Angliederung der Südstaaten in die Union am Ende des Bürgerkrieges, die sogenannte „Reconstruction“, befassen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Präsidentschaftswahlkämpfen, aber ebenso werden Karikaturen zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen seiner Zeit gezeigt, so z.B. zum Thema Korruption (William Tweed, Tammany Hall). Bei vielen seiner Karikaturen lassen sich auch im 21. Jahrhundert aktuelle Bezüge herstellen.

Der Thomas-Nast-Verein Landau in der Pfalz e.V.
1977 als „Thomas-Nast-Stiftung“ gegründet.
Der Verein hat den Zweck, das Andenken an den in Landau geborenen Karikaturisten Thomas Nast zu bewahren und zu pflegen und die Kenntnis über sein herausragendes künstlerisches Schaffen und Werk zu fördern und zu verbreiten.
Der Verein ehrt Karikaturisten mit dem Thomas-Nast-Preis. Letzter Preisträger ist Tomi Ungerer.
Ausstellungen:
* 2016: Im Tomi-Ungerer-Museum Straßburg
* 2017: Im Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek Speyer
* 2017: In Vorbereitung ist eine Nast-Mester-Ausstellung im September/Oktober in Landau mit Karikaturen beider Künstler.

31. Mai 2017: Nachwuchsautoren stellen sich vor: Lesung mit Ann-Kathrin Ast, Marleen Widmer und Manuel Zerwas

Am Mittwoch, den 31. Mai 2017 lesen ab 19 Uhr die pfälzischen Nachwuchsautorinnen Ann-Kathrin Ast (Speyer, jetzt Innsbruck) und Marleen Widmer (Gleiszellen-Gleishorbach) sowie Nachwuchsautor Manuel Zerwas (Speyer) aus ihren Werken. Im Anschluss an die Lesungen werden Ute Bahrs (Landesbibliothekszentrum) und Birgit Heid (Literarischer Verein der Pfalz) mit den drei Autoren über ihre literarischen Ideen und Erfahrungen sprechen. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von Balu Solo. Der Eintritt ist frei, aber Spenden für die Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“ sind erwünscht.

Mit freundlicher Unterstützung der Dr. Heinz-Danner-Stiftung in der Kulturstiftung Speyer sowie in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Verein der Pfalz.

Über die Autorinnen und den Autor:
Ann-Kathrin Ast
1986 in Speyer geboren, lebt in Innsbruck. Nach einem Violoncellostudium (Musikhochschule Mannheim) und einem Master in Speech Communication and Rhetoric (Universität Regensburg) legt sie ihren künstlerischen Schwerpunkt auf die Literatur: Sie schreibt Lyrik, Prosa und Szenisches, veröffentlichte in zahlreichen Anthologien. Lesungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Belgien und der Türkei. Texte von ihr sind ins Französische und Türkische übersetzt. Auszeichnungen 2017: Arbeitsstipendien der österreichischen Bundesregierung und des Landes Tirol; Landeskind-Stipendium für das Künstlerhaus Edenkoben; Stipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung.

Marleen Widmer
1999 in Nürnberg geboren, lebt seit 2006 in Gleiszellen-Gleishorbach und besucht die freie Montessorischule in Landau. Sie schreibt seit ihrer Kindheit. 2015 erste Auszeichnungen beim Kempener Literaturwettbewerb und Europäischen Jugendliteraturwettbewerb, 2016 Gewinnerin des Förderpreises für Literatur beim Pfalzpreis für Literatur für ihren Roman „Zwischen den roten Tüchern“ und 2017 Gewinnerin des Europäischen Jugendliteraturwettbewerbs.

Manuel Zerwas
1987 in Speyer geboren, wo er noch immer lebt. Studium Bachelor und Master of Education an den Universitäten Landau und Mainz 2008-2014. Vor dem Referendariat arbeitete er ein Jahr als Erzieher in einem Mainzer Kindergarten. Seine Erfahrungen flossen in das Buch „Jonas, nimm den Dinosaurier aus der Nase!“. Nach dem Referendariat für das Lehramt an Gymnasien in Landau arbeitet Manuel Zerwas seit 2017 als Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch und Sport. 2015 erhielt er den Martha-Saalfeld-Förderpreis für den Entwurf seines Episodenromans „Das Gute zuletzt“, aus dem er auch in der Landesbibliothek lesen wird. Manuel Zerwas ist außerdem Musiker mit seiner Band „The Incredible Mole Rats“ und wird am 31. Mai Balu auf der Mundharmonika begleiten.

Über den Musiker:
Balu Solo
Der in Haßloch beheimatete Solosänger und Gitarrist Balu Solo interpretiert nicht nur seine Lieblingssongs aus Country, Punk, Rock und Pop, sondern spielt auch eigene Songs. Am 31. Mai interpretiert er Neil Youngs „Heart of Gold“ und stellt zwei eigene Songs vor. Er ist als Sänger der Band „The Incredible Mole Rats“ bekannt sowie als Head Coach des American Footballteams „Hassloch 8-Balls“.

Veranstaltungsübersicht Rheinische Landesbibliothek Koblenz

27. April 2017: Vortrag "Von Belagerungen und Reichskleinodien – Burg Hammerstein bei Neuwied" von Alexander Thon M.A.

Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr
Vortrag von Alexander Thon M.A.

Die nördlich von Neuwied gelegene Burg Hammerstein ist heute nahezu in Vergessenheit geraten – und das vollkommen zu Unrecht, wie ein Blick auf ihre Geschichte zeigt.  Schon 1020 wurde die Anlage von Truppen Kaiser Heinrichs II. drei Monate lang belagert und schließlich ausgehungert. Der Kaiser war dabei zumindest während der letzten Phase der Belagerung vor Ort und verbrachte das Weihnachtsfest unterhalb der Burg in Hammerstein.
Nach Erlöschen des gleichnamigen Grafengeschlechts 1034/36 wurde der Hammerstein als Reichsgut behandelt. Von König Heinrich IV. 1071 „mit höchstem Aufwand“ neu befestigt, diente er auch als Zollstätte. Sichtbares Zeichen für die Bedeutung, die Heinrich IV. der Burg zumaß, war die Verbringung der Reichsinsignien, darunter der Reichskrone, während des Konflikts mit seinem Sohn Heinrich V. im November 1105 auf den Hammerstein. Mehrfach diente die Wehranlage als Haftstätte für hochrangige Gefangene, Angehörige des unfreien Reichsministerialengeschlechts von Hammerstein fungierten als kaiserliche Boten und Gesandte in politischen Missionen von reichsweitem Belang.
Mit dem Ende der Herrschaft der salischen Könige und Kaiser 1125 sank auch die Bedeutung des Hammerstein. 1374 von Kaiser Karl IV. an die Erzbischöfe von Trier übergeben, verlor sie ihren Status als Reichsburg. 1654 ließ Erzbischof Karl Kaspar von Trier die Gebäude – angeblich aus Sicherheitsgründen – schleifen.

Der Vortrag geht der hochmittelalterlichen Geschichte der nach Schriftquellen ältesten Burg am Mittelrhein nach und beleuchtet ihre Rolle als Lagerort der Reichsinsignien und als Haftstätte. Eindrucksvolles aktuelles wie auch historisches Bildmaterial veranschaulicht die relativ geringen, gleichwohl sehr eindrucksvollen baulichen Überreste der einst so bedeutenden Höhenburg. 


Der Referent:
Alexander Thon M.A. (Lahnstein) widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte im Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und in den angrenzenden Regionen. Als freier Historiker hat er inzwischen mehr als 170 Publikationen insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht und mehr als 120 Vorträge gehalten. Zudem organisiert er Ausstellungen und fungiert als beratender Experte für Rundfunk und Fernsehen.

11. Mai 2017: Vortrag "Vom Mittelalter bis zur Rheinromantik – Burg Drachenfels bei Königswinter" von Dr. Ansgar Sebastian Klein

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19 Uhr
Vortrag von Dr. Ansgar Sebastian Klein

Der Drachenfels bei Königswinter ist zweifellos einer der bekanntesten und meistbesuchten Berge im unteren Mittelrheintal. Der sich schroff vom Rheinufer erhebende Fels zeigt deutlich die Spuren des Steinabbaus seit der Römerzeit. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann Erzbischof Arnold I. von Köln mit der Errichtung einer Burg, die vom Bonner Cassiusstift übernommen und fertiggestellt wurde. Die Verwalter konnten sich weitgehende Freiheiten von ihrem Lehnsherren verschaffen und profitierten von den Gewinnen aus den Steinbrüchen. Das Geschlecht der ersten Burggrafen vom Drachenfels reichte bis ins 16. Jahrhundert, später wechselten die Besitzer häufig. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zur Zerstörung der Burganlage.
Die Ruine der bis heute den Berg krönenden Burg inspirierte George Gordon Byron bei der Vorbeifahrt im Mai 1816 zu seinem Gedicht „The Castled Crag of Drachenfels“, das Berg und Burg zu internationaler Bekanntheit verhalf. Reiche Briten auf ihrer Grand Tour nach Italien waren die ersten auswärtigen Besucher des Siebengebirges. Durch die neuen Verkehrsmittel wie Dampfschiffe und Eisenbahn schnellte die Zahl der Touristen im Laufe des 19.  Jahrhunderts in die Höhe. Weitere Attraktionen am Berg bedienten den Geschmack des Massentourismus: Photobuden, Automaten, Souvenirgeschäfte, aber auch die Villa Schloss Drachenburg, die Drachenfelsbahn und die Nibelungenhalle.

Der Vortrag spannt den Bogen vom Mittelalter bis in die Zeit der Rheinromantik und zeichnet die wechselvolle Geschichte der wichtigen rheinischen Höhenburg nach. Aktuelles Bildmaterial erlaubt den Blick auf den erhaltenen Baubestand, darunter auf den kunsthistorisch hochbedeutenden Bergfried aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.
 


Der Referent:
Dr. Ansgar Sebastian Klein (Bonn) befasst sich mit der Erforschung der rheinischen Regionalgeschichte sowie der Zeit des Nationalsozialismus, der Polizeigeschichte und der Außenpolitik des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918). Als freiberuflicher Historiker mit den Arbeitsschwerpunkten Genealogie, Archiv- und Bibliothekswesen, Dokumentation und Museum  hat er zahlreiche Veröffentlichungen vorlegen können. Außerdem leitet er das Archiv des Heimatvereins Siebengebirge e.V.

18. Mai 2017: Vortrag "Von der engagierten zur subversiven Literatur?" von Dr. Thomas Ernst

Von der engagierten zur subversiven Literatur?
Aktuelle Konzepte politischer Gegenwartsliteraturen im Vergleich

Donnerstag, 18. Mai 2017, 19 Uhr
Vortrag von Dr. Thomas Ernst (Universiteit van Amsterdam)


Der Vortrag untersucht die Frage, welche unterschiedlichen Konzepte einer politischen Ge-genwartsliteratur aktuell bestehen und wie diese literaturwissenschaftlich beschrieben werden können. Dabei geht er in drei Schritten vor: Er geht erstens von der Beobachtung aus, dass spätestens seit Mitte der 1990er Jahre die engagierte Literatur und Inszenierungen eines uni-versellen literarischen Intellektuellen nur noch eine eingeschränkte gesellschaftliche Kraft entfalten. Zweitens zeigt er, dass die Gegenwartsliteratur viel stärker in ein produktives Ver-hältnis zu vier verschiedenen Bedeutungen der Subversion tritt: Literarische Texten archivie-ren, reflektieren, problematisieren oder verhandeln politisch-revolutionäre, künstlerisch-avantgardistische, subkulturelle und dekonstruktivistische politische Bewegungen.
Um diesen Gegensatz der ‚engagierten Literatur’ einerseits und der ‚subversiven Literatur’ andererseits zu belegen, rücken in einem dritten Schritt einige der wichtigsten politischen Au-torinnen und Autoren der Gegenwartsliteratur und ihre Werke ins Zentrum. Dabei sollen auf der einen Seite engagierte Autoren und öffentliche Intellektuelle wie Navid Kermani, Ilija Tro-janow und Juli Zeh mit einer experimentellen Autorin wie Kathrin Röggla, den Ästhetiken der Avantgardezeitschrift Idiome. Neue Prosa und einer Netzintellektuellen wie Kathrin Passig auf der anderen, subversiven Seite verglichen werden. Abschließend gibt der Vortrag einen kur-zen Ausblick auf den digitalen Wandel der Literatur und seine Folgen für die Konzeptionen einer engagierten wie auch einer subversiven Literatur.

Zur Person

Dr. Thomas Ernst promovierte 2008 an der Universität Trier mit einer Arbeit über die politi-sche Gegenwartsliteratur. Anschließend arbeitete er von 2008-2010 als Postdoktorand an der Université du Luxembourg und von 2010-2016 als Literatur- und Medienwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2017 ist er Universitair Docent (etwa: Juniorprofessor) der German Studies an der Universiteit van Amsterdam. In seiner Forschung befasst er sich mit Literaturen der Interkulturalität und der Mehrsprachigkeit, dem digitalen Wandel der Litera-tur, der Geschichte des geistigen Eigentums sowie dem politischen Schreiben in der deutsch-sprachigen Gegenwartsliteratur.
Siehe auch: http://www.thomasernst.net und den Twitteraccount @DrThomasErnst.

bis 3. Juni 2017: Ausstellung "Burgen am Rhein von Koblenz bis Bonn"

Es gibt nur wenige Landschaften in Europa, die eine vergleichsweise hohe Dichte an Burgen aufweisen wie das Mittelrheintal. Insbesondere der untere, von Koblenz bis nach Bonn reichende Talabschnitt weist noch zahlreiche mittelalterliche Wehranlagen auf, die vollständig oder zumindest in Teilen von moderner Überformung verschont geblieben sind.

Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz präsentiert in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland vom 6. April bis zum 3. Juni 2017 eine Ausstellung, die sich erstmals diesen Burgen in größerem Zusammenhang widmet. Zusammengestellt durch den Lahnsteiner Historiker und renommierten Burgenforscher Alexander Thon M.A., veranschaulichen Texte, Bilder und zahlreiche Exponate das gesamte Panorama mittelalterlicher Wehranlagen am unteren Mittelrhein. Dazu gehören die großartige Burg Hammerstein als älteste Anlage und zeitweiliger Hort der Reichsinsignien, hochmittelalterliche Gründungen wie Rheineck oder die erzbischöflich kölnischen Stadtburgen in Linz und Andernach. Mehrfach anzutreffen sind Schlösser, welche die Stelle mittelalterlicher Vorgängerbauten eingenommen haben, wie Poppelsdorf, Sinzig oder Engers, während der Ehrenbreitstein im 19. Jahrhundert zu einer der größten Festungen in ganz Europa ausgebaut wurde. Mit dem Drachenfels und Rolandseck liegen die neben der Loreley wohl wichtigsten Repräsentanten der Rheinromantik im präsentierten Gebiet.

Neben zahlreichen historischen Abbildungen zeigen eindrucksvolle Luftaufnahmen des Bonner Fotografen und Piloten Philipp von Hagens den aktuellen Bauzustand. Urkunden aus den Beständen des Landeshauptarchivs Koblenz und des Stadtarchivs Linz vermitteln Einblicke in Funktion und Bedeutung einer Burg. Das großartige Rechnungsbuch der Burggrafen von Drachenfels aus den Jahren 1395-1398 veranschaulicht exemplarisch die Haushaltsführung auf einer spätmittelalterlichen Burg.

Nach Eröffnung der Ausstellung am 6. April 2017 ergänzen zwei Vorträge (27. April und 11. Mai 2017) die Thematik. Zur weiteren Vertiefung dienen zwei Publikationen, die vor Ort erworben werden können. Nach Ausstellungsende am 3. Juni 2017 sind weitere Präsentationsorte im nördlichen Rheinland-Pfalz und angrenzenden Nordrhein-Westfalen geplant.

Führungen durch die Ausstellung während der Öffnungszeiten der Bibliothek nach telefonischer Vereinbarung: Alexander Thon M.A., Tel.: 02621/6968695

Kontakt kulturelle Veranstaltungen

LBZ / Bibliotheca Bipontina
Dr. Sigrid Hubert-Reichling
Telefon: 06332 16403
E-Mail: hubert-reichling(at)lbz-rlp.de 

LBZ / Pfälzische Landesbibliothek
Ute Bahrs
Telefon: 06232 9006-244
E-Mail: bahrs(at)lbz-rlp.de

LBZ / Rheinische Landesbibliothek
Dr. Barbara Koelges
Telefon: 0261 91500-474
E-Mail: koelges(at)lbz-rlp.de

Führungen und Schulungen

Die Bibliotheken des Landesbibliothekszentrums bieten auch individuelle Führungen und Schulungen für Schulklassen und andere Gruppen an. Interessiert? Weitere Informationen finden Sie unter Schulungen und Lernangebote.