Frau schaut durch ein Bücherregal © Royalty-Free / Corbis

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Veranstaltungsübersicht Bibliotheca Bipontina Zweibrücken

9. Februar bis 27. April 2017: Ausstellung "Vielerlei Vorsätze. Kleine Kunstwerke geben Büchern Halt"

Die Ausstellung wird am Donnerstag, dem 09. Februar 2017, um 19:30 Uhr im LBZ /    Bibliotheca Bipontina mit einem Vortrag von Dr. Sigrid Hubert-Reichling eröffnet.

Die aktuelle Ausstellung des LBZ / Bibliotheca Bipontina nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch die Geschichte der Gestaltung der Vorsätze von Büchern, die zugleich eine  Geschichte des Buntpapiers ist. Mit Beispielen aus dem eigenen Bestand der Bibliothek werden die Techniken erklärt, die dazu führen, dass Papier einem ganzen Band Halt zu geben vermag.
Chronologisch geordnet nach dem Aufkommen diverser Gestaltungsmöglichkeiten von Papier, entfaltet sich vor den Augen der Betrachtenden eine bunte Schau von Vorsätzen mit Kleister-, Modeldruck- und Marmorpapier, wobei das letztgenannte oft an einen Blick durch ein Kaleidoskop erinnert. Bei dieser Technik können sich, wie das Motiv der Ausstellung belegt, Strukturen ergeben, die an bewusstes künstlerisches Gestalten zum Beispiel bei Bildern Emil Noldes erinnern. -  Mit prunkvollen Beispielen wird zudem belegt, wie die Faszination des Goldes im Barock auch die Buntpapiere jener Zeit prägt, die damals von speziellen Buntpapierverlegern den Buchbindern angeboten wurden. Ihre Druckermarken zeigen heute noch die Handelsverbindungen jener Buchbinder, die Aufträge der Zweibrücker Herzöge erhielten.
Doch nicht nur technische Fragen des Bucheinbandes oder Vorsatzpapieres von den Anfängen im 16. Jahrhundert über repräsentativ-überladene gründerzeitliche Varianten und  kunsthandwerkliche Ausprägungen im Jugendstil sind bis hin zu Gestaltungsprinzipien unserer Zeit in der Ausstellung zu erkunden. Unerwartet spannend gestaltet sich zudem der Blick, den die Verwendung von Buntpapieren hinter die Kulissen von Buchbinderwerkstätten erlaubt. Nicht nur die ‚Restverwertung‘ bunten Papiers und Vorratshaltung von Buntpapieren wird dabei offensichtlich, sondern auch ganz spezielle Sammlungszusammenhänge.
„Vielerlei Vorsätze“ lenken den Blick in der aktuellen Ausstellung des LBZ / Bibliotheca Bipontina auf ein Detail der Buchkunde, das selbst in der Fachliteratur nur allzu gerne übersehen wird, obwohl es eine Stilgeschichte ganz eigener Art schreibt


Den Eröffnungsvortrag am Donnerstag, dem 09. Februar, hält  Dr. Sigrid Hubert-Reichling ab 19.30 Uhr.

 

Ausstellungsdauer: 09.02.-27.04..2017 – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 – 13 Uhr; Montag, Mittwoch, Freitag 14 – 17 Uhr – Kontakt: LBZ / Bibliotheca Bipontina – 66402 Zweibrücken – Bleicherstr. 3 – www.lbz.rlp.de
Der Eintritt ist kostenlos
Verantwortlich: Dr. Sigrid Hubert-Reichling

 

 

30. März 2017: Vortrag "Mensch und Raum"

Griechische Plastik. Vortrag von Studiendirektorin i.R. Anita Bischoff am 30. März um 19.30 Uhr.

11. Mai 2017: Ausstellung "Der Zweibrücker Friedhof"

Fotoausstellung von Studiendirektorin i.R. Anita Bischoff. Ausstellungseröffnung am 11. Mai um 19.30 Uhr mit einem  Vortrag von Heiko Wunderberg

Veranstaltungsübersicht Pfälzische Landesbibliothek Speyer

7. Februar bis 4. März 2017: Ausstellung "Schulpreis Bildende Kunst"

Die Ausstellung wird am Montag, den 6. Februar 2017 um 18 Uhr von Bürgermeisterin Monika Kabs und Norbert Rotter, dem Leiter PrivatkundenCenter Speyer der Sparkasse Vorderpfalz, eröffnet. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom A-capella-Ensemble des Edith-Stein-Gymnasiums unter der Leitung von Dieter Hauß.
Im Rahmen des von der Sparkasse Vorderpfalz ausgeschriebenen "Schulpreis für Bildende Kunst" stellen Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten im Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek Speyer aus. Elf Schulen verschiedener Jahrgangsstufen und Schulformen aus Speyer und dem südlichen Rhein-Pfalz-Kreis zeigen Arbeiten aus dem Kunst- und Werkunterricht.

Ziel des jährlich neu aufgelegten Schulpreises der Sparkasse Vorderpfalz ist es, der künstlerisch-ästhetischen Erziehungsarbeit in den 11 Schulen neue Impulse zu verleihen, ihre zentrale Rolle für eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler zu betonen und die Ergebnisse in einer gemeinsamen Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Ausstellung ist im Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek Speyer vom 7. Februar bis zum 4. März während der Öffnungszeiten zu sehen.

21. März 2017: Vortrag "Liederträume : Martin Greif in der Musik" von Franz Georg Rössler

Dienstag, 21. März 2017, 19 Uhr
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturellen Erbe - Stadtarchiv Speyer.

Während die Geschichtsszenen und historisierenden Dramen des 1839 in Speyer geborenen Autors Martin Greif schnell in Vergessenheit gerieten, blieb seine Lyrik lange im öffentlichen Bewusstsein erhalten. In den besten Stücken zeigt sich eine ehrliche und ungekünstelte Naturlyrik, die auch heute noch nachvollziehbar ist. Viele dieser Texte haben noch weit über seinen Tod hinaus Komponisten angeregt, sie als Lieder und Chorwerke zu vertonen, weil in ihrer holzschnittartigen Schlichtheit Raum für eine musikalische Entwicklung bleibt.

Der Referent Franz-Georg Rössler hat in seiner Vorarbeit aus dem heute nicht mehr leicht zugänglichen Material von kaum mehr bekannten bis zu großen Namen Noten und vor allem Klangbeispiele zusammengetragen. Er wird mit Analysen, Tonträgern und den zugehörenden Bilddokumenten den Speyerer Dichter Martin Greif als ernstzunehmenden Textlieferanten für viele Komponisten innerhalb eines ganzen Jahrhunderts vermitteln.

Franz-Georg Rössler wurde in Ruppertsberg an der Weinstraße geboren. Er ist vielseitig kulturell aktiv, komponiert, schreibt, ist bildnerisch tätig und hält regional wie international Vorträge in Deutsch und in Esperanto.

Ergänzend zu dem Vortrag findet am 22. März 2017 um 17 Uhr eine Führung mit Dr. Klaus Haag durch die Gedenkräume der Martin-Greif-Stube im Judenhof/Museum SchPIRA statt (Anmeldung unter 06232 14-2265).

22. März 2017: Führung durch die Martin-Greif-Stube im Judenhof/Museum SchPIRA

Mittwoch, 22. März 2017, 17 Uhr
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturellen Erbe - Stadtarchiv Speyer.

In Ergänzung zum Vortrag "Liederträume" - Martin Greif in der Musik bieten das Landesbibliothekszentrum Speyer und das Kulturelle Erbe - Stadtarchiv am 22. März um 17 Uhr eine Führung durch die Martin-Greif-Stube im Judenhof/Museum SchPIRA an. Der freie Autor, Publizist, Literatur- und Sprachwissenschaftler, Übersetzer, Dolmetscher, Dozent und Lektor Dr. Klaus Haag ist einer der besten Kenner Martin Greifs. Er führt durch die 2011 eingerichteten Gedenkräume und stellt den Speyerer Dichter aus literaturwissenschaftlicher Sicht vor.

Aufgrund der begrenzten räumlichen Kapazitäten wird um Voranmeldung für die Führung unter der Telefonnummer 06232 14-2265 gebeten. Der Eintritt zur Führung ist frei.

Veranstaltungsort: Judenhof/Museum SchPIRA, Kleine Pfaffengasse 20/21, 67346 Speyer.

25. April 2017: Vortrag "Die Pfalz im Königreich Bayern 1816-1918" von Prof. Dr. Karsten Ruppert

Am Dienstag, den 25. April 2017 hält Prof. Dr. Karsten Ruppert um 19 Uhr einen Vortrag, der das Verhältnis der Pfalz zum Königreich Bayern im Rahmen seiner Zugehörigkeit von 1816-1918 beleuchtet. Der Eintritt ist frei.
In Zusammenarbeit mit der Hambach-Gesellschaft für historische Forschung und politische Bildung e.V.

Karsten Ruppert, Emeritus des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt, trägt zum Thema 'Pfalz und Bayern im 19. Jahrhundert' im aktuellen Jahr gleich mit zwei Publikationen bei: Einmal als Herausgeber des Sammelbandes "Wittelsbach, Bayern und die Pfalz: das letzte Jahrhundert", das bei Duncker & Humblot erschienen ist; zum anderen mit dem Titel "Die bayerische Pfalz 1816-1918. Geschichte, Kultur und Identität", der Ende März bei Kohlhammer erscheinen wird. Der Vortrag ist mit der Vorstellung der beiden Publikationen verbunden.

Mit dem Ende Napoleons und der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress wurde auch die Pfalz, die Region zwischen dem heutigen Baden-Württemberg, dem Saarland und dem heutigen Rheinland-Pfalz, dem Königreich Bayern zugeschlagen. Dort prallte nun moderne Staatsverwaltung auf gewachsene territoriale Herrschaft. Die Darstellung der pfälzischen Geschichte von 1806 bis 1918 ist daher ein wichtiges und gehaltvolles Teilkapitel der deutschen Geschichte.
Ruppert geht es um die politische Geschichte der Pfalz im 19. Jahrhundert, aber auch um die Strukturgeschichte der Pfalz in dieser Zeit, d.h. er erschließt sie aus gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Perspektive. Dieser Blick auf die Pfalz zeigt, wie sehr diese Region die deutsche Geschichte geprägt hat und wie modern diese Landschaft im 19. Jahrhundert war.

4. Mai 2017: Ausstellungseröffnung "Karikaturen von Thomas Nast"

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 4. Mai 2017 um 19.30 Uhr. Ausstellungsdauer: 5. Mai - 26. August 2017
Grußwort: Thomas Hirsch (Oberbürgermeister der Stadt Landau).
Einführung in die Ausstellung: Hubert Lehmann (Thomas-Nast-Verein, Landau).
Vorstellung des Nast-Projekts im Digitalisierungsportal "dilibri": Christoph Mayr (LBZ).

In Zusammenarbeit mit dem Thomas-Nast-Verein Landau in der Pfalz.

Es kommt alles wieder: Wie aktuell die Karikaturen des Thomas Nast aus dem 19. Jahrhundert auch im 21. Jahrhundert sein können, zeigt die nebenstehende Karikatur, die er für die Ausgabe vom 23.07.1870 von Harper's Weekly zeichnete. "The Chinese Wall around the United States of America" steht auf der Mauer; der Untertitel lautet "Throwing down the ladder by which they rose". Die Rheinpfalz benutzte diese Karikatur in ihrer Ausgabe vom 28. Januar 2017 als Analogie zu den umstrittenen Plänen Donald Trumps, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu errichten. Diese Karikatur und mehr als 600 weitere finden Sie in der thematischen Sammlung Thomas Nast in unserem Digitalisierungsportal "dilibri". Das LBZ besitzt den zeichnerischen Nachlass mit rund 2.000 Karikaturen von Thomas Nast und digitalisiert diesen seit 2016.

31. Mai 2017: Nachwuchsautoren stellen sich vor: Lesung mit Ann-Kathrin Ast, Marleen Widmer und Manuel Zerwas

Am Mittwoch, den 31. Mai lesen um 19 Uhr die pfälzischen Nachwuchsautorinnen Ann-Kathrin Ast (Speyer, jetzt Innsbruck) und Marleen Widmer (Glashorbach-Gleiszellen) sowie Nachwuchsautor Manuel Zerwas (Speyer) aus ihren Werken. Der Eintritt ist frei, aber Spenden für die Aktion "Die Pfalz liest für den Dom" sind erwünscht. 

Mit freundlicher Unterstützung der Dr. Heinz Danner-Stiftung in der Kulturstiftung Speyer.

Veranstaltungsübersicht Rheinische Landesbibliothek Koblenz

16. Februar 2017: Vortrag "Die Wallfahrt zum heiligen Simon nach Sayn im Spiegel eines barocken Pilgerdrucks" von Prof. Dr. Wolfgang Schmid

Die Wallfahrt zum heiligen Simon nach Sayn im Spiegel eines barocken Pilgerdrucks
Donnerstag, 16. Februar 2017, 19 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Schmid


Um 1200 gelangte der Arm des Apostels Simon in die kurz zuvor von den Grafen von Sayn gegründete gleichnamige Prämonstratenserabtei. Die Chorherren gaben für die Reliquie bei demselben Kölner Goldschmied, der in diesen Jahren die Rückseite des Dreikönigsschreins schuf, ein kostbares Reliquiar in Auftrag, doch blieb Sayn nur ein regionales Pilgerzentrum. Um die Wallfahrt neu zu beleben, veröffentlichte der Prior Gottfried Geller 1742 ein Pilgerbüchlein. Von diesem sind nur zwei Exemplare erhalten, von denen eines über das Portal „dilibri“ zugänglich ist. Es übersetzt und ergänzt den Translationsbericht des 13. Jahrhunderts und schildert die weitere Geschichte des Klosters. Anschließend werden 33 Gebetserhörungen und Wunderheilungen dokumentiert, die nicht nur für die Frömmigkeits-, sondern auch für die Medizingeschichte unserer Region höchst aufschlussreich sind.

bis 17. Februar 2017: Ausstellung "Johannes Trithemius (1462-1516) - Benediktiner, Humanist und Kirchenreformer"

Donnerstag, 19. Januar 2016, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Vortrag von Dr. Armin Schlechter
Laufzeit der Ausstellung: 19. Januar – 17. Februar 2017

Der 1462 in Trittenheim an der Mosel geborene Johannes Trithemius ist eine der bedeutendsten deutschen Gelehrtenpersönlichkeiten in den Jahrzehnten um 1500. Er trat 1482 in das Benediktinerkloster Sponheim ein und wurde schon im Folgejahr Abt. Neben der Förderung der monastischen Reform im Rahmen der Bursfelder Kongregation vermehrte er die Bibliothek erheblich. Wegen Widerständen in seinem Konvent wechselte er 1506 als Abt an das Würzburger Schottenkloster, wo er am 13. Dezember 1516 starb. Trithemius schuf im Spannungsfeld von Klosterreform und Humanismus ein vielfältiges Werk, aus dem der 'Liber des scriptoribus ecclesiasticis' herausragt, die erste neuzeitliche Biobibliographie überhaupt.
Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz würdigt ihn mit einer Ausstellung, die am 500. Todestag am 13. Dezember 2016 im LBZ Speyer eröffnet wird. Gezeigt werden Handschriften und Drucke mit seinen Werken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert aus Bibliotheken in Rheinland-Pfalz, die den Reichtum der Überlieferung in diesem Bundesland erkennen lassen. Vertreten sind als Leihgeber die Bibliothek des Benediktinerklosters Maria Laach, das Bischöfliche Priesterseminar in Trier, die Stadtbibliotheken in Koblenz und Trier sowie die Bibliotheken des Görresgymnasiums in Koblenz und des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer.

9. März 2017: Vortrag "Einführung in die Familienforschung" von Markus Weidenbach

Einführung in die Familienforschung
Donnerstag, 9. März 2017, 19 Uhr
Vortrag von Markus Weidenbach


Genealogen bzw. Familienforscher befassen sich mit menschlichen Verwandtschaftsbeziehungen und ihrer Darstellung. Das Interesse an der Genealogie erwacht häufig an der eigenen Familie und beginnt mit Fragen an Eltern, Großeltern und Verwandte nach familiären Zusammenhängen und der Herkunft der Vorfahren. Familienbücher und Familienfotos liefern weitere Informationen. In einigen Regionen gibt es seit Jahrzehnten die Tradition der Sterbebildchen oder Totenzettel, die sich für die Familienforschung eignen, da sie oft neben einem Foto des Verstorbenen auch Geburts- und Sterbedaten sowie weitere Informationen enthalten.
Die Forschung an älteren Quellen wie den Kirchen- oder Gerichtsbüchern erfordert die Fähigkeit des Lesens alter Schriften und in katholischen Gebieten zumeist auch Lateinkenntnisse; Veränderlichkeit der Familiennamen und ein ausgedehnter Heiratskreis der zu erforschenden Personen sind ebenso zu berücksichtigen.
In seiner Einführung gibt Markus Weidenbach - bekannt aus der WDR-Reihe „Vorfahren gesucht“ - einen Einblick in die spannende Welt der Familienforschung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V.

6. April 2017: Ausstellungseröffnung "Burgen am Rhein von Koblenz bis Bonn". Vortrag von Alexander Thon, M.A.

Donnerstag, 6. April 2017, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Vortrag „Von Koblenz bis Bonn - Burgen am unteren Mittelrhein“ von Alexander Thon, M.A.
Laufzeit der Ausstellung: 6. April – 3. Juni 2017

Es gibt nur wenige Landschaften in Europa, die eine vergleichsweise hohe Dichte an Burgen aufweisen wie das Mittelrheintal. Insbesondere der untere, von Koblenz bis nach Bonn reichende Talabschnitt weist noch zahlreiche mittelalterliche Wehranlagen auf, die vollständig oder zumindest in Teilen von moderner Überformung verschont geblieben sind.

Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz präsentiert in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland vom 6. April bis zum 3. Juni 2017 eine Ausstellung, die sich erstmals diesen Burgen in größerem Zusammenhang widmet. Zusammengestellt durch den Lahnsteiner Historiker und renommierten Burgenforscher Alexander Thon M.A., veranschaulichen Texte, Bilder und zahlreiche Exponate das gesamte Panorama mittelalterlicher Wehranlagen am unteren Mittelrhein. Dazu gehören die großartige Burg Hammerstein als älteste Anlage und zeitweiliger Hort der Reichsinsignien, hochmittelalterliche Gründungen wie Rhein-eck oder die erzbischöflich kölnischen Stadtburgen in Linz und Andernach. Mehrfach anzutreffen sind Schlösser, welche die Stelle mittelalterlicher Vorgängerbauten eingenommen haben, wie Poppelsdorf, Sinzig oder Engers, während der Ehrenbreitstein im 19. Jahrhundert zu einer der größten Festungen in ganz Europa ausgebaut wurde. Mit dem Drachenfels und Rolandseck liegen die neben der Loreley wohl wichtigsten Repräsentanten der Rheinromantik im präsentierten Gebiet.

Neben zahlreichen historischen Abbildungen zeigen eindrucksvolle Luftaufnahmen des Bonner Fotografen und Piloten Philipp von Hagens den aktuellen Bauzustand. Urkunden aus den Beständen des Landeshauptarchivs Koblenz und des Stadtarchivs Linz vermitteln Einblicke in Funktion und Bedeutung einer Burg.

Nach Eröffnung der Ausstellung am 6. April 2017 ergänzen zwei Vorträge (27. April und 11. Mai 2017) die Thematik. Zur weiteren Vertiefung dienen zwei Publikationen, die vor Ort erworben werden können. Nach Ausstellungsende am 3. Juni 2017 sind weitere Präsentationsorte im nördlichen Rheinland-Pfalz und angrenzenden Nordrhein-Westfalen geplant.

27. April 2017: Vortrag "Von Belagerungen und Reichskleinodien – Burg Hammerstein bei Neuwied" von Alexander Thon, M.A.

Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr
Vortrag von Alexander Thon, M.A.

Die nördlich von Neuwied gelegene Burg Hammerstein ist heute nahezu in Vergessenheit geraten – und das vollkommen zu Unrecht, wie ein Blick auf ihre Geschichte zeigt.  Schon 1020 wurde die Anlage von Truppen Kaiser Heinrichs II. drei Monate lang belagert und schließlich ausgehungert. Der Kaiser war dabei zumindest während der letzten Phase der Belagerung vor Ort und verbrachte das Weihnachtsfest unterhalb der Burg in Hammerstein.
Nach Erlöschen des gleichnamigen Grafengeschlechts 1034/36 wurde der Hammerstein als Reichsgut behandelt. Von König Heinrich IV. 1071 „mit höchstem Aufwand“ neu befestigt, diente er auch als Zollstätte. Sichtbares Zeichen für die Bedeutung, die Heinrich IV. der Burg zumaß, war die Verbringung der Reichsinsignien, darunter der Reichskrone, während des Konflikts mit seinem Sohn Heinrich V. im November 1105 auf den Hammerstein. Mehrfach diente die Wehranlage als Haftstätte für hochrangige Gefangene, Angehörige des unfreien Reichsministerialengeschlechts von Hammerstein fungierten als kaiserliche Boten und Gesandte in politischen Missionen von reichsweitem Belang.
Mit dem Ende der Herrschaft der salischen Könige und Kaiser 1125 sank auch die Bedeutung des Hammerstein. 1374 von Kaiser Karl IV. an die Erzbischöfe von Trier übergeben, verlor sie ihren Status als Reichsburg. 1654 ließ Erzbischof Karl Kaspar von Trier die Gebäude – angeblich aus Sicherheitsgründen – schleifen.
Der Vortrag geht der hochmittelalterlichen Geschichte der nach Schriftquellen ältesten Burg am Mittelrhein nach und beleuchtet ihre Rolle als Lagerort der Reichsinsignien und als Haftstätte. Eindrucksvolles aktuelles wie auch historisches Bildmaterial veranschaulicht die relativ geringen, gleichwohl sehr eindrucksvollen baulichen Überreste der einst so bedeutenden Höhenburg. 


Der Referent:
Alexander Thon M.A. (Lahnstein) widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte im Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und in den angrenzenden Regionen. Als freier Historiker hat er inzwischen mehr als 170 Publikationen insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht und mehr als 120 Vorträge gehalten. Zudem organisiert er Ausstellungen und fungiert als beratender Experte für Rundfunk und Fernsehen.

11. Mai 2017: Vortrag "Vom Mittelalter bis zur Rheinromantik – Burg Drachenfels bei Königswinter" von Dr. Ansgar Sebastian Klein

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19 Uhr
Vortrag von Dr. Ansgar Sebastian Klein

Der Drachenfels bei Königswinter ist zweifellos einer der bekanntesten und meistbesuchten Berge im unteren Mittelrheintal. Der sich schroff vom Rheinufer erhebende Fels zeigt deutlich die Spuren des Steinabbaus seit der Römerzeit. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann Erzbischof Arnold I. von Köln mit der Errichtung einer Burg, die vom Bonner Cassiusstift übernommen und fertiggestellt wurde. Die Verwalter konnten sich weitgehende Freiheiten von ihrem Lehnsherren verschaffen und profitierten von den Gewinnen aus den Steinbrüchen. Das Geschlecht der ersten Burggrafen vom Drachenfels reichte bis ins 16. Jahrhundert, später wechselten die Besitzer häufig. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zur Zerstörung der Burganlage.
Die Ruine der bis heute den Berg krönenden Burg inspirierte George Gordon Byron bei der Vorbeifahrt im Mai 1816 zu seinem Gedicht „The Castled Crag of Drachenfels“, das Berg und Burg zu internationaler Bekanntheit verhalf. Reiche Briten auf ihrer Grand Tour nach Italien waren die ersten auswärtigen Besucher des Siebengebirges. Durch die neuen Verkehrsmittel wie Dampfschiffe und Eisenbahn schnellte die Zahl der Touristen im Laufe des 19.  Jahrhunderts in die Höhe. Weitere Attraktionen am Berg bedienten den Geschmack des Massentourismus: Photobuden, Automaten, Souvenirgeschäfte, aber auch die Villa Schloss Drachenburg, die Drachenfelsbahn und die Nibelungenhalle.
Der Vortrag spannt den Bogen vom Mittelalter bis in die Zeit der Rheinromantik und zeichnet die wechselvolle Geschichte der wichtigen rheinischen Höhenburg nach. Aktuelles Bildmaterial erlaubt den Blick auf den erhaltenen Baubestand, darunter auf den kunsthistorisch hochbedeutenden Bergfried aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.
 


Der Referent:
Dr. Ansgar Sebastian Klein (Bonn) befasst sich mit der Erforschung der rheinischen Regionalgeschichte sowie der Zeit des Nationalsozialismus, der Polizeigeschichte und der Außenpolitik des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918). Als freiberuflicher Historiker mit den Arbeitsschwerpunkten Genealogie, Archiv- und Bibliothekswesen, Dokumentation und Museum  hat er zahlreiche Veröffentlichungen vorlegen können. Außerdem leitet er das Archiv des Heimatvereins Siebengebirge e.V.

Kontakt kulturelle Veranstaltungen

LBZ / Bibliotheca Bipontina
Dr. Sigrid Hubert-Reichling
Telefon: 06332 16403
E-Mail: hubert-reichling(at)lbz-rlp.de 

LBZ / Pfälzische Landesbibliothek
Ute Bahrs
Telefon: 06232 9006-244
E-Mail: bahrs(at)lbz-rlp.de

LBZ / Rheinische Landesbibliothek
Dr. Barbara Koelges
Telefon: 0261 91500-474
E-Mail: koelges(at)lbz-rlp.de

Führungen und Schulungen

Die Bibliotheken des Landesbibliothekszentrums bieten auch individuelle Führungen und Schulungen für Schulklassen und andere Gruppen an. Interessiert? Weitere Informationen finden Sie unter Schulungen und Lernangebote.