Frau schaut durch ein Bücherregal © Royalty-Free / Corbis

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Veranstaltungsübersicht Bibliotheca Bipontina Zweibrücken

9. Februar bis 27. April 2017: Ausstellung "Vielerlei Vorsätze. Kleine Kunstwerke geben Büchern Halt"

Die Ausstellung wird am Donnerstag, dem 09. Februar 2017, um 19:30 Uhr im LBZ /    Bibliotheca Bipontina mit einem Vortrag von Dr. Sigrid Hubert-Reichling eröffnet.

Die aktuelle Ausstellung des LBZ / Bibliotheca Bipontina nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch die Geschichte der Gestaltung der Vorsätze von Büchern, die zugleich eine  Geschichte des Buntpapiers ist. Mit Beispielen aus dem eigenen Bestand der Bibliothek werden die Techniken erklärt, die dazu führen, dass Papier einem ganzen Band Halt zu geben vermag.
Chronologisch geordnet nach dem Aufkommen diverser Gestaltungsmöglichkeiten von Papier, entfaltet sich vor den Augen der Betrachtenden eine bunte Schau von Vorsätzen mit Kleister-, Modeldruck- und Marmorpapier, wobei das letztgenannte oft an einen Blick durch ein Kaleidoskop erinnert. Bei dieser Technik können sich, wie das Motiv der Ausstellung belegt, Strukturen ergeben, die an bewusstes künstlerisches Gestalten zum Beispiel bei Bildern Emil Noldes erinnern. -  Mit prunkvollen Beispielen wird zudem belegt, wie die Faszination des Goldes im Barock auch die Buntpapiere jener Zeit prägt, die damals von speziellen Buntpapierverlegern den Buchbindern angeboten wurden. Ihre Druckermarken zeigen heute noch die Handelsverbindungen jener Buchbinder, die Aufträge der Zweibrücker Herzöge erhielten.
Doch nicht nur technische Fragen des Bucheinbandes oder Vorsatzpapieres von den Anfängen im 16. Jahrhundert über repräsentativ-überladene gründerzeitliche Varianten und  kunsthandwerkliche Ausprägungen im Jugendstil sind bis hin zu Gestaltungsprinzipien unserer Zeit in der Ausstellung zu erkunden. Unerwartet spannend gestaltet sich zudem der Blick, den die Verwendung von Buntpapieren hinter die Kulissen von Buchbinderwerkstätten erlaubt. Nicht nur die ‚Restverwertung‘ bunten Papiers und Vorratshaltung von Buntpapieren wird dabei offensichtlich, sondern auch ganz spezielle Sammlungszusammenhänge.
„Vielerlei Vorsätze“ lenken den Blick in der aktuellen Ausstellung des LBZ / Bibliotheca Bipontina auf ein Detail der Buchkunde, das selbst in der Fachliteratur nur allzu gerne übersehen wird, obwohl es eine Stilgeschichte ganz eigener Art schreibt


Den Eröffnungsvortrag am Donnerstag, dem 09. Februar, hält  Dr. Sigrid Hubert-Reichling ab 19.30 Uhr.

 

Ausstellungsdauer: 09.02.-27.04..2017 – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 – 13 Uhr; Montag, Mittwoch, Freitag 14 – 17 Uhr – Kontakt: LBZ / Bibliotheca Bipontina – 66402 Zweibrücken – Bleicherstr. 3 – www.lbz.rlp.de
Der Eintritt ist kostenlos
Verantwortlich: Dr. Sigrid Hubert-Reichling

 

 

30. März 2017: Vortrag "Mensch und Raum"

Im Jahr 2016 stellte Studiendirektorin i. R. Anita Bischoff in einem vielbeachteten Vortrag das Menschenbild in der griechischen Vasenmalerei vor. - Im ersten Beitrag der thematisch weitgefächerten Vortragsreihe des Landesbibliothekszentrums / Bibliotheca Bipontina im Jahr 2017 richtet die klassische Philologin ihr Augenmerk auf die griechische Plastik. Anita Bischoff zeigt nun, wie die griechischen Bildhauer den Menschen sahen und gestalteten, nachdem er, vom Malgrund losgelöst, frei in den Raum getreten war.
Vom archaischen Typus des Kouros über die Entwicklung zum klassischen Kontrapost bis zur barocken Entfaltung in der Epoche des Hellenismus spannt sie den Bogen über etwa fünf Jahrhunderte der Kunstgeschichte.
Ausgehend von zahlreichen Bildbeispielen, welche die begeisterte Fotografin mit der ihr ganz eigenen Sichtweise zumeist selbst aufgenommen hat, vermag sie den Blick der Betrachtenden für das Hineinwachsen der antiken Statuen in den umgebenden Raum zu schärfen.
Der Vortrag findet am Donnerstag, dem 30. März 2017 um 19.30 Uhr im LBZ / Bibliotheca Bipontina statt. Der Eintritt ist kostenlos.
Vortrag von Studiendirektorin i.R. Anita Bischoff am 30. März um 19.30 Uhr.

11. Mai 2017: Ausstellung "Der Zweibrücker Friedhof"

Fotoausstellung von Studiendirektorin i.R. Anita Bischoff. Ausstellungseröffnung am 11. Mai um 19.30 Uhr mit einem  Vortrag von Heiko Wunderberg

Veranstaltungsübersicht Pfälzische Landesbibliothek Speyer

22. März 2017: Führung durch die Martin-Greif-Stube im Judenhof/Museum SchPIRA

Mittwoch, 22. März 2017, 17 Uhr
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturellen Erbe - Stadtarchiv Speyer.

In Ergänzung zum Vortrag "Liederträume" - Martin Greif in der Musik bieten das Landesbibliothekszentrum Speyer und das Kulturelle Erbe - Stadtarchiv am 22. März um 17 Uhr eine Führung durch die Martin-Greif-Stube im Judenhof/Museum SchPIRA an. Der freie Autor, Publizist, Literatur- und Sprachwissenschaftler, Übersetzer, Dolmetscher, Dozent und Lektor Dr. Klaus Haag ist einer der besten Kenner Martin Greifs. Er führt durch die 2011 eingerichteten Gedenkräume und stellt den Speyerer Dichter aus literaturwissenschaftlicher Sicht vor.

Aufgrund der begrenzten räumlichen Kapazitäten wird um Voranmeldung für die Führung unter der Telefonnummer 06232 14-2265 gebeten. Der Eintritt zur Führung ist frei.

Veranstaltungsort: Judenhof/Museum SchPIRA, Kleine Pfaffengasse 20/21, 67346 Speyer.

25. April 2017: Vortrag "Die Pfalz im Königreich Bayern 1816-1918" von Prof. Dr. Karsten Ruppert

Am Dienstag, den 25. April 2017 hält Prof. Dr. Karsten Ruppert um 19 Uhr einen Vortrag, der das Verhältnis der Pfalz zum Königreich Bayern im Rahmen seiner Zugehörigkeit von 1816-1918 beleuchtet. Der Eintritt ist frei.
In Zusammenarbeit mit der Hambach-Gesellschaft für historische Forschung und politische Bildung e.V.

Mit dem Ende Napoleons und der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress wurde die heutige Pfalz 1815 dem Königreich Bayern zugeschlagen. Sie gehörte aufgrund ihrer langjährigen Zugehörigkeit zu Frankreich damals zu den modernsten Regionen Deutschlands. Wie diese in eine aufgeklärte Monarchie integriert wurde, ist das große Thema der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie sich die Pfalz dann mit den Verhältnissen arrangierte und ihre Identität zu bewahren versuchte, das der zweiten Hälfte.
Ruppert schildert dabei nicht nur die politische Geschichte der Pfalz im 19. Jahrhundert, sondern er geht auch auf Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur ein. Dieser Blick auf die Pfalz zeigt, wie sehr diese Region die deutsche Geschichte geprägt hat und wie modern diese Landschaft im 19. Jahrhundert war.

Karsten Ruppert, Emeritus des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt, hat zum Thema 'Pfalz und Bayern im 19. Jahrhundert' gerade zwei Publikationen vorgelegt: Einmal als Herausgeber des Sammelbandes Wittelsbach, Bayern und die Pfalz: das letzte Jahrhundert, der bei Duncker & Humblot erschienen ist; zum anderen mit der Gesamtdarstellung Die bayerische Pfalz 1816-1918. Geschichte, Kultur und Identität, die Ende März bei Kohlhammer erscheint. Der Vortrag ist mit der Vorstellung der beiden Publikationen verbunden.

4. Mai 2017: Ausstellungseröffnung "Karikaturen von Thomas Nast"

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 4. Mai 2017 um 19.30 Uhr. Ausstellungsdauer: 5. Mai - 26. August 2017
Grußwort: Thomas Hirsch (Oberbürgermeister der Stadt Landau).
Einführung in die Ausstellung: Hubert Lehmann (Thomas-Nast-Verein, Landau).
Vorstellung des Nast-Projekts im Digitalisierungsportal "dilibri": Christoph Mayr (LBZ).

In Zusammenarbeit mit dem Thomas-Nast-Verein Landau in der Pfalz.

Hubert Lehmann bietet an folgenden Samstagen jeweils um 10.30 Uhr Führungen durch die Ausstellung an:

  • 27. Mai 2017
  • 8. Juli, 2017
  • 29. Juli 2017
  • 26. August 2017

Anmeldungen für die Führungen bitte unter folgender Tel.-Nr.: 06232 9006-224 bzw. E-Mail: info.plb(at)lbz-rlp.de

Es kommt alles wieder: Wie aktuell die Karikaturen des Thomas Nast aus dem 19. Jahrhundert auch im 21. Jahrhundert sein können, zeigt die nebenstehende Karikatur, die er für die Ausgabe vom 23.07.1870 von Harper's Weekly zeichnete. "The Chinese Wall around the United States of America" steht auf der Mauer; der Untertitel lautet "Throwing down the ladder by which they rose". Die Rheinpfalz benutzte diese Karikatur in ihrer Ausgabe vom 28. Januar 2017 als Analogie zu den umstrittenen Plänen Donald Trumps, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu errichten. Diese Karikatur und mehr als 600 weitere finden Sie in der thematischen Sammlung Thomas Nast in unserem Digitalisierungsportal "dilibri". Das LBZ besitzt den zeichnerischen Nachlass mit rund 2.000 Karikaturen von Thomas Nast und digitalisiert diesen seit 2016.

31. Mai 2017: Nachwuchsautoren stellen sich vor: Lesung mit Ann-Kathrin Ast, Marleen Widmer und Manuel Zerwas

Am Mittwoch, den 31. Mai lesen um 19 Uhr die pfälzischen Nachwuchsautorinnen Ann-Kathrin Ast (Speyer, jetzt Innsbruck) und Marleen Widmer (Gleiszellen-Gleishorbach) sowie Nachwuchsautor Manuel Zerwas (Speyer) aus ihren Werken. Der Eintritt ist frei, aber Spenden für die Aktion "Die Pfalz liest für den Dom" sind erwünscht. 

Mit freundlicher Unterstützung der Dr. Heinz Danner-Stiftung in der Kulturstiftung Speyer sowie des Literarischen Vereins der Pfalz.

Veranstaltungsübersicht Rheinische Landesbibliothek Koblenz

6. April 2017: Ausstellungseröffnung "Burgen am Rhein von Koblenz bis Bonn". Vortrag von Alexander Thon M.A.

Donnerstag, 6. April 2017, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Vortrag „Von Koblenz bis Bonn - Burgen am unteren Mittelrhein“ von Alexander Thon M.A.
Laufzeit der Ausstellung: 6. April – 3. Juni 2017

Es gibt nur wenige Landschaften in Europa, die eine vergleichsweise hohe Dichte an Burgen aufweisen wie das Mittelrheintal. Insbesondere der untere, von Koblenz bis nach Bonn reichende Talabschnitt weist noch zahlreiche mittelalterliche Wehranlagen auf, die vollständig oder zumindest in Teilen von moderner Überformung verschont geblieben sind.

Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz präsentiert in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland vom 6. April bis zum 3. Juni 2017 eine Ausstellung, die sich erstmals diesen Burgen in größerem Zusammenhang widmet. Zusammengestellt durch den Lahnsteiner Historiker und renommierten Burgenforscher Alexander Thon M.A., veranschaulichen Texte, Bilder und zahlreiche Exponate das gesamte Panorama mittelalterlicher Wehranlagen am unteren Mittelrhein. Dazu gehören die großartige Burg Hammerstein als älteste Anlage und zeitweiliger Hort der Reichsinsignien, hochmittelalterliche Gründungen wie Rheineck oder die erzbischöflich kölnischen Stadtburgen in Linz und Andernach. Mehrfach anzutreffen sind Schlösser, welche die Stelle mittelalterlicher Vorgängerbauten eingenommen haben, wie Poppelsdorf, Sinzig oder Engers, während der Ehrenbreitstein im 19. Jahrhundert zu einer der größten Festungen in ganz Europa ausgebaut wurde. Mit dem Drachenfels und Rolandseck liegen die neben der Loreley wohl wichtigsten Repräsentanten der Rheinromantik im präsentierten Gebiet.

Neben zahlreichen historischen Abbildungen zeigen eindrucksvolle Luftaufnahmen des Bonner Fotografen und Piloten Philipp von Hagens den aktuellen Bauzustand. Urkunden aus den Beständen des Landeshauptarchivs Koblenz und des Stadtarchivs Linz vermitteln Einblicke in Funktion und Bedeutung einer Burg. Das großartige Rechnungsbuch der Burggrafen von Drachenfels aus den Jahren 1395-1398 veranschaulicht exemplarisch die Haushaltsführung auf einer spätmittelalterlichen Burg.

Nach Eröffnung der Ausstellung am 6. April 2017 ergänzen zwei Vorträge (27. April und 11. Mai 2017) die Thematik. Zur weiteren Vertiefung dienen zwei Publikationen, die vor Ort erworben werden können. Nach Ausstellungsende am 3. Juni 2017 sind weitere Präsentationsorte im nördlichen Rheinland-Pfalz und angrenzenden Nordrhein-Westfalen geplant.

27. April 2017: Vortrag "Von Belagerungen und Reichskleinodien – Burg Hammerstein bei Neuwied" von Alexander Thon M.A.

Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr
Vortrag von Alexander Thon M.A.

Die nördlich von Neuwied gelegene Burg Hammerstein ist heute nahezu in Vergessenheit geraten – und das vollkommen zu Unrecht, wie ein Blick auf ihre Geschichte zeigt.  Schon 1020 wurde die Anlage von Truppen Kaiser Heinrichs II. drei Monate lang belagert und schließlich ausgehungert. Der Kaiser war dabei zumindest während der letzten Phase der Belagerung vor Ort und verbrachte das Weihnachtsfest unterhalb der Burg in Hammerstein.
Nach Erlöschen des gleichnamigen Grafengeschlechts 1034/36 wurde der Hammerstein als Reichsgut behandelt. Von König Heinrich IV. 1071 „mit höchstem Aufwand“ neu befestigt, diente er auch als Zollstätte. Sichtbares Zeichen für die Bedeutung, die Heinrich IV. der Burg zumaß, war die Verbringung der Reichsinsignien, darunter der Reichskrone, während des Konflikts mit seinem Sohn Heinrich V. im November 1105 auf den Hammerstein. Mehrfach diente die Wehranlage als Haftstätte für hochrangige Gefangene, Angehörige des unfreien Reichsministerialengeschlechts von Hammerstein fungierten als kaiserliche Boten und Gesandte in politischen Missionen von reichsweitem Belang.
Mit dem Ende der Herrschaft der salischen Könige und Kaiser 1125 sank auch die Bedeutung des Hammerstein. 1374 von Kaiser Karl IV. an die Erzbischöfe von Trier übergeben, verlor sie ihren Status als Reichsburg. 1654 ließ Erzbischof Karl Kaspar von Trier die Gebäude – angeblich aus Sicherheitsgründen – schleifen.

Der Vortrag geht der hochmittelalterlichen Geschichte der nach Schriftquellen ältesten Burg am Mittelrhein nach und beleuchtet ihre Rolle als Lagerort der Reichsinsignien und als Haftstätte. Eindrucksvolles aktuelles wie auch historisches Bildmaterial veranschaulicht die relativ geringen, gleichwohl sehr eindrucksvollen baulichen Überreste der einst so bedeutenden Höhenburg. 


Der Referent:
Alexander Thon M.A. (Lahnstein) widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte im Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und in den angrenzenden Regionen. Als freier Historiker hat er inzwischen mehr als 170 Publikationen insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht und mehr als 120 Vorträge gehalten. Zudem organisiert er Ausstellungen und fungiert als beratender Experte für Rundfunk und Fernsehen.

11. Mai 2017: Vortrag "Vom Mittelalter bis zur Rheinromantik – Burg Drachenfels bei Königswinter" von Dr. Ansgar Sebastian Klein

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19 Uhr
Vortrag von Dr. Ansgar Sebastian Klein

Der Drachenfels bei Königswinter ist zweifellos einer der bekanntesten und meistbesuchten Berge im unteren Mittelrheintal. Der sich schroff vom Rheinufer erhebende Fels zeigt deutlich die Spuren des Steinabbaus seit der Römerzeit. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann Erzbischof Arnold I. von Köln mit der Errichtung einer Burg, die vom Bonner Cassiusstift übernommen und fertiggestellt wurde. Die Verwalter konnten sich weitgehende Freiheiten von ihrem Lehnsherren verschaffen und profitierten von den Gewinnen aus den Steinbrüchen. Das Geschlecht der ersten Burggrafen vom Drachenfels reichte bis ins 16. Jahrhundert, später wechselten die Besitzer häufig. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zur Zerstörung der Burganlage.
Die Ruine der bis heute den Berg krönenden Burg inspirierte George Gordon Byron bei der Vorbeifahrt im Mai 1816 zu seinem Gedicht „The Castled Crag of Drachenfels“, das Berg und Burg zu internationaler Bekanntheit verhalf. Reiche Briten auf ihrer Grand Tour nach Italien waren die ersten auswärtigen Besucher des Siebengebirges. Durch die neuen Verkehrsmittel wie Dampfschiffe und Eisenbahn schnellte die Zahl der Touristen im Laufe des 19.  Jahrhunderts in die Höhe. Weitere Attraktionen am Berg bedienten den Geschmack des Massentourismus: Photobuden, Automaten, Souvenirgeschäfte, aber auch die Villa Schloss Drachenburg, die Drachenfelsbahn und die Nibelungenhalle.

Der Vortrag spannt den Bogen vom Mittelalter bis in die Zeit der Rheinromantik und zeichnet die wechselvolle Geschichte der wichtigen rheinischen Höhenburg nach. Aktuelles Bildmaterial erlaubt den Blick auf den erhaltenen Baubestand, darunter auf den kunsthistorisch hochbedeutenden Bergfried aus der Mitte des 12. Jahrhunderts.
 


Der Referent:
Dr. Ansgar Sebastian Klein (Bonn) befasst sich mit der Erforschung der rheinischen Regionalgeschichte sowie der Zeit des Nationalsozialismus, der Polizeigeschichte und der Außenpolitik des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918). Als freiberuflicher Historiker mit den Arbeitsschwerpunkten Genealogie, Archiv- und Bibliothekswesen, Dokumentation und Museum  hat er zahlreiche Veröffentlichungen vorlegen können. Außerdem leitet er das Archiv des Heimatvereins Siebengebirge e.V.

18. Mai 2017: Vortrag "Von der engagierten zur subversiven Literatur?" von Dr. Thomas Ernst

Von der engagierten zur subversiven Literatur?
Aktuelle Konzepte politischer Gegenwartsliteraturen im Vergleich

Donnerstag, 18. Mai 2017, 19 Uhr
Vortrag von Dr. Thomas Ernst (Universiteit van Amsterdam)


Der Vortrag untersucht die Frage, welche unterschiedlichen Konzepte einer politischen Ge-genwartsliteratur aktuell bestehen und wie diese literaturwissenschaftlich beschrieben werden können. Dabei geht er in drei Schritten vor: Er geht erstens von der Beobachtung aus, dass spätestens seit Mitte der 1990er Jahre die engagierte Literatur und Inszenierungen eines uni-versellen literarischen Intellektuellen nur noch eine eingeschränkte gesellschaftliche Kraft entfalten. Zweitens zeigt er, dass die Gegenwartsliteratur viel stärker in ein produktives Ver-hältnis zu vier verschiedenen Bedeutungen der Subversion tritt: Literarische Texten archivie-ren, reflektieren, problematisieren oder verhandeln politisch-revolutionäre, künstlerisch-avantgardistische, subkulturelle und dekonstruktivistische politische Bewegungen.
Um diesen Gegensatz der ‚engagierten Literatur’ einerseits und der ‚subversiven Literatur’ andererseits zu belegen, rücken in einem dritten Schritt einige der wichtigsten politischen Au-torinnen und Autoren der Gegenwartsliteratur und ihre Werke ins Zentrum. Dabei sollen auf der einen Seite engagierte Autoren und öffentliche Intellektuelle wie Navid Kermani, Ilija Tro-janow und Juli Zeh mit einer experimentellen Autorin wie Kathrin Röggla, den Ästhetiken der Avantgardezeitschrift Idiome. Neue Prosa und einer Netzintellektuellen wie Kathrin Passig auf der anderen, subversiven Seite verglichen werden. Abschließend gibt der Vortrag einen kur-zen Ausblick auf den digitalen Wandel der Literatur und seine Folgen für die Konzeptionen einer engagierten wie auch einer subversiven Literatur.

Zur Person

Dr. Thomas Ernst promovierte 2008 an der Universität Trier mit einer Arbeit über die politi-sche Gegenwartsliteratur. Anschließend arbeitete er von 2008-2010 als Postdoktorand an der Université du Luxembourg und von 2010-2016 als Literatur- und Medienwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2017 ist er Universitair Docent (etwa: Juniorprofessor) der German Studies an der Universiteit van Amsterdam. In seiner Forschung befasst er sich mit Literaturen der Interkulturalität und der Mehrsprachigkeit, dem digitalen Wandel der Litera-tur, der Geschichte des geistigen Eigentums sowie dem politischen Schreiben in der deutsch-sprachigen Gegenwartsliteratur.
Siehe auch: http://www.thomasernst.net und den Twitteraccount @DrThomasErnst.

Kontakt kulturelle Veranstaltungen

LBZ / Bibliotheca Bipontina
Dr. Sigrid Hubert-Reichling
Telefon: 06332 16403
E-Mail: hubert-reichling(at)lbz-rlp.de 

LBZ / Pfälzische Landesbibliothek
Ute Bahrs
Telefon: 06232 9006-244
E-Mail: bahrs(at)lbz-rlp.de

LBZ / Rheinische Landesbibliothek
Dr. Barbara Koelges
Telefon: 0261 91500-474
E-Mail: koelges(at)lbz-rlp.de

Führungen und Schulungen

Die Bibliotheken des Landesbibliothekszentrums bieten auch individuelle Führungen und Schulungen für Schulklassen und andere Gruppen an. Interessiert? Weitere Informationen finden Sie unter Schulungen und Lernangebote.