LBZ / Pfälzische Landesbibliothek © LBZ / Niemeyer

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Geschichte der Pfälzischen Landesbibliothek

Geschichte

Vielfältige Bemühungen seit dem frühen 19. Jahrhundert, in der seit dem Wiener Kongreß zu Bayern gehörenden Rheinpfalz eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek zu errichten, führten erst im 20. Jahrhundert zum Erfolg. 1921 wurde die Pfälzische Landesbibliothek als bayerische Kreisanstalt gegründet und zwei Jahre später eröffnet. Sie verdankt ihre Gründung dem politischen Willen, den Versuchen der französischen Besatzungsmacht, das linke Rheinufer von Deutschland zu lösen, auch durch kulturelle Anstrengungen entgegen zu wirken.

Aufgaben

Zu den Aufgaben der jungen Bibliothek gehörte neben der umfassenden Sammlung von Pfalzliteratur der Aufbau universaler Bestände. Die Satzung von 1921 nennt im einzelnen die Bereiche Philosophie, Literatur, Geschichte, Kulturgeschichte, Länderkunde, Recht, Wirtschaft, Naturwissenschaft, Technik. Der Schwerpunkt der Sammlung lag jedoch von Anfang an bei den Geisteswissenschaften.

Bestandsaufbau

Bedeutsam für den Bestandsaufbau - auch im Hinblick auf ältere Literatur - war in der Anfangsphase die Übernahme geschlossener Sammlungen. Dieses Vorgehen führte naturgemäß zu einer ausgesprochen unorganischen Zusammensetzung des Bestandes. Während punktuell eine erstaunliche Tiefe erreicht wurde, fehlen auf anderen Gebieten wichtigste ältere Nachschlage- und Quellenwerke. Da die Aufbaujahre in wirtschaftlich wie politisch schwierigste Jahre fielen, konnten solche Lücken kaum geschlossen werden. Immerhin aber kam die Bibliothek ohne wesentliche Verluste durch den 2. Weltkrieg. Es gab nur geringere Einbußen bei den Beständen Historischer Verein und Bibliothek Merckle.

Nach 1945

Nach dem Krieg stand die Pfälzische Landesbibliothek in der Trägerschaft des Bezirksverbandes Pfalz als Rechtsnachfolger des Bayerischen Kreistages, bis sie 1974 vom Land Rheinland-Pfalz übernommen wurde. Die Landesbibliothek dient heute der Literaturversorgung des ehemaligen Regierungsbezirks Pfalz, sucht aber neben der Beschaffung der aktuellen Literatur durch ständige Rückergänzung ihre für ihren Einzugsbereich wichtigen historischen Bestände zu komplettieren. Schwerpunkte liegen auf der frühen Druckgeschichte vor allem des pfälzischen Raumes, wobei die Städte Speyer und Neustadt - vor allem mit der Offizin des reformierten Druckers Matthias Harnisch (1579 - 1596) und seiner Nachfolger (bis 1619) - die bedeutendste Rolle spielen. Entsprechend ihrem Einzugsgebiet pflegt die Pfälzische Landesbibliothek traditionell die Literatur zum Weinbau und besitzt hier auch ältere Monographien und Zeitschriften.

Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom

Die Pfälzische Landesbibliothek betreut fachlich die Bibliothek des Gymnasiums am Kaiserdom mit den historischen Speyerer Beständen (ca. 12 000 Titel in ca. 45 000 Bänden). Die Benutzung dieser Sammlung ist nur über die Pfälzische Landesbibliothek möglich. Die Bestände werden seit 2014 sukzessive online erfasst (Signatur "GymBibSp" im LBZ-Katalog). Eine vollständige Übersicht ist derzeit nur über den Alphabetischen Zettelkatalog in der Pfälzischen Landesbibliothek möglich.

So finden Sie uns

Die Pfälzische Landesbibliothek befindet sich am westlichen Ortseingang von Speyer in der Nähe der Bundesstraßen B9 (Abfahrt Speyer/Universität) und B39 ... (mehr)