"Von Belagerungen und Reichskleinodien – Burg Hammerstein bei Neuwied". Vortrag am 27. April im LBZ Koblenz

Am Donnerstag, 27. April 2017, um 19 Uhr hält Alexander Thon M.A. im LBZ / Rheinischen Landesbibliothek einen Vortrag über Burg Hammerstein.

Die nördlich von Neuwied gelegene Burg Hammerstein ist heute nahezu in Vergessenheit geraten – und das vollkommen zu Unrecht, wie ein Blick auf ihre Geschichte zeigt. Schon 1020 wurde die Anlage von Truppen Kaiser Heinrichs II. drei Monate lang belagert und schließlich ausgehungert. Der Kaiser war dabei zumindest während der letzten Phase der Belagerung vor Ort und verbrachte das Weihnachtsfest unterhalb der Burg in Hammerstein.

Nach Erlöschen des gleichnamigen Grafengeschlechts 1034/36 wurde der Hammerstein als Reichsgut behandelt. Von König Heinrich IV. 1071 „mit höchstem Aufwand“ neu befestigt, diente er auch als Zollstätte. Sichtbares Zeichen für die Bedeutung, die Heinrich IV. der Burg zumaß, war die Verbringung der Reichsinsignien, darunter der Reichskrone, während des Konflikts mit seinem Sohn Heinrich V. im November 1105 auf den Hammerstein. Mehrfach diente die Wehranlage als Haftstätte für hochrangige Gefangene, Angehörige des unfreien Reichsministerialengeschlechts von Hammerstein fungierten als kaiserliche Boten und Gesandte in politischen Missionen von reichsweitem Belang.

Mit dem Ende der Herrschaft der salischen Könige und Kaiser 1125 sank auch die Bedeutung des Hammerstein. 1374 von Kaiser Karl IV. an die Erzbischöfe von Trier übergeben, verlor sie ihren Status als Reichsburg. 1654 ließ Erzbischof Karl Kaspar von Trier die Gebäude – angeblich aus Sicherheitsgründen – schleifen.

Der Vortrag geht der hochmittelalterlichen Geschichte der nach Schriftquellen ältesten Burg am Mittelrhein nach und beleuchtet ihre Rolle als Lagerort der Reichsinsignien und als Haftstätte. Eindrucksvolles aktuelles wie auch historisches Bildmaterial veranschaulicht die relativ geringen, gleichwohl sehr eindrucksvollen baulichen Überreste der einst so bedeutenden Höhenburg. 

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Koblenz bis Bonn – Burgen am unteren Mittelrhein“, die vom 6. April bis 3. Juni 2017 in der Rheinischen Landesbibliothek zu sehen ist.
Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich willkommen.

Der Referent:
Alexander Thon M.A. (Lahnstein) widmet sich der Erforschung der Landesgeschichte im Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und in den angrenzenden Regionen. Als freier Historiker hat er inzwischen mehr als 170 Publikationen insbesondere zu Burgen, Kirchen und Denkmälern veröffentlicht und mehr als 120 Vorträge gehalten. Zudem organisiert er Ausstellungen und fungiert als beratender Experte für Rundfunk und Fernsehen.