Toilettenbesuch in der Rheinischen Landesbibliothek nur noch gegen Entgelt

Das LBZ in Koblenz zieht Konsequenzen aus schwieriger Lage auf dem Bahnhofsvorplatz. Ab der nächsten Woche werden Münzgeräte an den Zugängen zu den Damen- und Herrentoiletten im Erdgeschoß der Rheinischen Landesbibliothek angebracht.

Koblenz. Nach der Schließung der Sparkassen-Selbstbedienungsfiliale wegen nicht mehr hinnehmbarer Verschmutzung und Vermüllung zieht jetzt auch das Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek (LBZ) die Konsequenzen aus den zunehmenden Problemen rund um den Koblenzer Hauptbahnhof: Ab der nächsten Woche werden Münzgeräte an den Zugängen zu den Damen- und Herrentoiletten im Erdgeschoß der Rheinischen Landesbibliothek angebracht. Der Besuch der sanitären Anlagen kostet ab dann 50 Cent.

Seit Herbst 2017 bis in die Ostertage dieses Jahres hatten sich die Probleme mit „Besuchern” aus der Szene um den Bahnhofsvorplatz massiv verschärft. Die Toilettenanlagen wurden stark verschmutzt und als Treffpunkt zum Alkoholkonsum missbraucht. Wegen der unzumutbaren Zustände musste eine Sonderreinigungsfirma beauftragt werden, um die Räumlichkeiten wieder nutzbar zu machen.

Vor der Einsetzung der Münzgeräte war von Seiten des LBZ versucht worden, durch die komplette Schließung der Sanitärräume im Erdgeschoß und die Ausgabe eines Toilettenschlüssels nur unter Vorlage und Pfandabgabe des Benutzerausweises die Situation zu regeln. Hierbei stellte sich allerdings heraus, dass die Schlüsselausgabe für das Personal  mit hohem Aufwand verbunden war, auch die Schlüsselrückgabe musste überprüft werden. Gleichzeitig verwiesen Aushänge auf das bestehende Alkoholverbot in den Räumen der Bibliothek sowie das Verbot für unter Alkohol und Drogeneinfluss stehender Personen sich im LBZ aufzuhalten. Auch in einem  Gespräch mit dem Oberbürgermeister, an dem Ordnungs- und Sozialamt beteiligt waren, wurde die Problematik erörtert. 

Die Leitung des LBZ bedauert, dass aufgrund der Zuspitzung der Lage jetzt zu drastischeren Maßnahmen gegriffen werden musste. Zum kostenpflichtigen Zugang zu den Toiletten gab es jedoch keine Alternative.