Dr. Annette Gerlach: „Landesbibliothekszentrum unterstützt Forschung“. Neue Quellen zur Reformationsdebatte nach Lutherjahr im Netz

Das Jubiläumsjahr 2017 ist Vergangenheit, doch die wissenschaftliche Debatte um Luther und die Folgen der Reformation gehen weiter: Jetzt hat das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) auf ihrer Website und im Digitalisierungsportal „dilibri“ weitere Quellen zugänglich gemacht.

Koblenz/Speyer/Neustadt/Zweibrücken. Hintergrund sind die Forschungsergebnisse der mit besonderen Exponaten der Klosterbibliothek Maria Laach ausgestatteten Ausstellung „Luther in Laach“. Die Präsentation war vom LBZ und der Benediktinerabtei Maria Laach erarbeitet worden. Sie wurde mit großem Erfolg in Maria Laach, Koblenz, Berlin und Speyer gezeigt.
Bei einer Veranstaltung des  „Laacher Forums“ im Juni in der Buchhandlung von Maria Laach hatten die Initiatoren des Projekts, der Lutherforscher Pater Dr. Augustinus Sander OSB und die Leiterin des LBZ, Dr. Annette Gerlach eine positive Bilanz gezogen und den ökumenischen Impuls der Ausstellung hervorgehoben.
„Luther wollte die Reform seiner Kirche“, so Dr. Annette Gerlach, „er wollte aber keine Reform, die zur Spaltung führt. Es ging um einen geistlichen Aufbruch, nicht um eine kirchlichen Bruch.“ Sander und Gerlach betonten, das auch nach dem Reformationsjahr noch zahlreiche Fragen von der Wissenschaft diskutiert werden müssten, es aber bereits jetzt viele Möglichkeiten der Gemeinsamkeit aller Christen gebe.
Wegen des zunehmenden Interesses der internationalen Luther- und Reformationsforschung hat das LBZ im Nachgang zur Ausstellung jetzt neue Quellen ins Netz eingestellt. So gab es bei den Präsentationen in Rheinland-Pfalz und Berlin bemerkenswerte Grußworte: Zum Beispiel die der Bischöfe in Berlin, Dr. Dr. h.c. Markus Dröge und Dr. Heiner Koch, sowie des Reformationsbeauftragten des Landes, Prof. Dr. Gerhard Robbers oder die von Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner (Speyer) und dem jetzigen Bischof von Würzburg, Dr. Franz Jung.
Auf der Website des LBZ sind diese nun in einer Auswahl dokumentiert
(https://lbz.rlp.de/de/ueber-uns/publikationen/virtuelle-ausstellungskataloge/luther-in-laach-2017/). Dies gilt auch für die Bildergalerien mit weiteren Dokumenten aus dem Begleitprogramm. Ein besonderes Highlight ist der auf dieser Seite nun mögliche Zugang zur Veranstaltungsbroschüre des „Musikalischen Reformationsgedenkens“ mit dem Titel „Klingende Ökumene“.
Auf dem Digitalisierungsportal der Bibliotheken in Rheinland-Pfalz („dilibri“) sind außerdem jetzt die Volltexte der Ausstellung im Netz zugänglich – zu finden unter dem Stichwort „Thematische Sammlung“ (https://dilibri.de/nav/classification/1882471/). Einige Exponate sind allerdings aufgrund ihres Zustandes oder wegen der Bestimmungen des Urheberwissenschaftsgesellschaftsgesetzes nicht zu digitalisieren. Im Original können jedoch alle Bände in der Bibliothek der Abtei Maria Laach (https//www.maria-laach.de/bibliothek/ ) genutzt werden.
Für die weitere wissenschaftliche Forschung zur Reformation, der Bedeutung Martin Luthers und wichtigen Fragen von Amts- und Kirchenverständnis sowie der Eucharistie stehen somit neue wichtige Quellen zur Verfügung. Das LBZ erfüllt damit seinen wichtigsten Auftrag: Informationen und Medien werden der Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung gestellt.