2. April: In Musik, Literatur und Kunst zuhause. LBZ / Pfälzische Landesbibliothek würdigt verstorbenen Franz-Georg Rössler zum 70. Geburtstag mit Ausstellung

Speyer. „Universalgelehrte“ nannte man in früheren Jahrhunderten Menschen, die auf den verschiedensten Feldern begabt waren, sei es in Kunst, Literatur oder Wissenschaft. Auch wenn die moderne Zeit dem Einzelnen kaum noch Zeit lässt, seine Talente zu entwickeln – auch heute noch gibt es solche hochbegabten Menschen: Einer von ihnen war der Pfälzer Franz-Georg Rössler, der in Musik, Literatur und Kunst gleichermaßen zuhause war.

Seiner Arbeit widmet das Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek eine Ausstellung zum 70. Geburtstag, den er am 14. Mai begangen hätte. Die Eröffnung findet am Dienstag, 2. April 2019 um 19 Uhr statt.

Vier Tage vor einem geplanten Vortrag in der Pfälzischen Landesbibliothek über „Martin Greif in der Musik“, der seine unterschiedlichen Wissensfelder  in der Literatur, Musik und Regionalgeschichte idealtypisch miteinander verwoben hätte, war Franz-Georg Rössler viel zu früh am 17. März 2017 in Speyer gestorben. 

Aufgewachsen in Ruppertsberg an der Weinstraße, wurde Rössler schon früh musikalisch geprägt, insbesondere durch seinen Lehrer Oskar Frey. Nach dem Abitur in Neustadt an der Weinstraße studierte er Schulmusik und Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Heidelberg-Mannheim sowie Musikwissenschaft und Geographie an der Universität Heidelberg. Von 1977 bis zur Pensionierung 2012 war er als Lehrer für Musik und Erdkunde am Nikolaus-von–Weis-Gymnasium in Speyer tätig. 

Rössler wirkte aber weit über die Schule hinaus: Er komponierte über 250 Musikstücke, spielte mehrere Instrumente und war über viele Jahre als Chorleiter und Organist aktiv. In seinen wissenschaftlichen Texten und Vorträgen beschäftigte er sich nicht nur mit Musik, sondern auch mit Poesie und regionalgeschichtlichen Themen. Häufig ging diese Beschäftigung mit einer intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gegenstand einher: So komponierte er im Rahmen der Vorbereitung des Greif-Vortrags „Fünf Lieder nach Texten von Martin Greif“ (2017), die der Pfälzischen Landesbibliothek gewidmet sind und die im Rahmen der Ausstellungseröffnung uraufgeführt werden sollen. 

Die Sprache war Rössler neben der Musik ein zentrales Ausdrucksmittel. Dies zeigt sich in seinen über 500 journalistischen Artikeln ebenso, wie in seinen literarischen Texten, die er auf Deutsch und Esperanto verfasste. Des Weiteren widmete er sich bildnerischen Arbeiten – etwa Plastiken und Reliefs, sowie Druck- und Digitalgrafiken. In über 100 Ausstellungen im In- und Ausland, die er häufig mit Ehefrau Rita Rössler-Buckel gestaltete, zeigte er immer wieder neue kreative Verknüpfungen von Musik, Wort und Bild. 

Die Ausstellung anlässlich des 70. Geburtstages von Franz-Georg Rössler soll Einblicke geben in die vielen verschiedenen Facetten seiner reichen interdisziplinären Schaffens. Zur Eröffnung am 2. April kommen Weggefährten aus dem schulischen, musikalischen, literarischen und akademischen Umfeld zu Wort: Eberhard Cherdron, Gabriele Fischer, Gudrun Kaleschke, Albrecht Kronenberger und Axel Reichardt. Als musikalische Umrahmung werden Rösslers „Fünf Lieder nach Texten von Martin Greif“ von Sabine Diven (Sopran) und Thomas Denzinger (Klavier) uraufgeführt. Außerdem spielt der Blockflötenkreis „Fluto Palatina“ unter der Leitung von Rita Rössler-Buckel. 

Thema der Veranstaltung: Ausstellung Franz-Georg Rössler zum 70. Geburtstag -  Universell in Musik, Literatur und Kunst 
Termin: 03. April – 14. Mai 2019 
Eröffnung: Dienstag, 2. April 19 Uhr 
Ort: Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek, Otto-Mayer-Str. 9, 67346 Speyer 

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9-18 Uhr, Sa 9-12 Uhr

Der Eintritt ist frei