1987 - Gründung der „Rheinischen Landesbibliothek“ in Koblenz

Vor dreißig Jahren wurde in Koblenz die „Rheinische Landesbibliothek“ als eine der letzten größeren Bibliotheksneugründungen der alten Bundesrepublik errichtet.

Noch im selben Jahr öffnete sie in einer Fabrikhalle im Koblenzer Rauental für eine begrenzte Übergangszeit. Am 5. März 1990 fand im ersten regulären Haus in der Hohenfelder Straße die feierliche Eröffnung statt. Heute gehört die seit 1999 am Koblenzer Bahnhofplatz angesiedelte Bibliothek zum 2004 gegründeten Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz.
Das Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek ist eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek für das Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Koblenz. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählt die Versorgung der Bevölkerung, der Kultur- und Bildungseinrichtungen, der Wirtschaftsbetriebe und Behörden in der Region mit Medien und Informationen. Sie sammelt, erschließt, bewahrt und vermittelt die Rheinland-Pfalz-Literatur für den ehemaligen Regierungsbezirk Koblenz. Hierzu gehören auch die im Landesbibliothekzentrum betriebene Digitalisierung landeskundlicher Werke im rheinland-pfälzischen Digitalisierungsportal dilibri (www.dilibri.de) sowie die Erstellung der Landesbibliographie (www.rpb-rlp.de) und der Rheinland-pfälzischen Personendatenbank (www.rppd-rlp.de). Außerdem ist sie die Pflichtexemplarbibliothek für den ehemaligen Regierungsbezirk Koblenz. Zu den auf gesetzlicher Grundlage zur Dokumentation des kulturellen Erbes an das LBZ abzuliefernden Veröffentlichungen zählen seit 2014 auch Online-Publikationen aus Rheinland-Pfalz.

Außerdem hat das Landesbibliothekszentrum laut Errichtungserlass und Bibliotheksgesetz die Funktion einer Pädagogischen Zentralbibliothek und daher einen besonderen Sammelschwerpunkt im Bereich pädagogischer Literatur. Gesammelt wird neben pädagogischer Grundlagenliteratur Literatur zu allen Unterrichtsgebieten und seit etwa 1995 alle in Rheinland-Pfalz ministeriell genehmigten Schulbücher. Seit dem Schuljahresbeginn 2016/2017 gibt es ein pädagogisches Blog des LBZ, das u.a. ausgewählte Neuerwerbungen vorstellt und Tipps zur fachlichen Literaturrecherche gibt (https://paedblog.wordpress.com/)

Zu den bedeutenden Altbeständen der Bibliothek gehören die Sammlung illustrierter Rheinbücher des 19. Jahrhunderts, die Sammlung von Reiseführern des Verlagshauses Baedeker und der Teilnachlass der Familie Baedeker. In den letzten Jahren hat die Bibliothek wertvolle Sammlungen neu erwerben können bzw. als Dauerleihgabe erhalten. So wurde 2008 die Sammlung historischer Rheinlaufkarten von Prof. Dr. Fritz Hellwig erworben. 2010 kam die öffentliche Bibliothek der Kaiserin Augusta als Dauerleihgabe der Generaldirektion Kulturelles Erbe ins Haus, 2013 ebenfalls als Dauerleihgabe die Fachbibliothek der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde.

Seit 2005 hat das Landesbibliothekszentrum (LBZ) einen gemeinsamen Katalog aller Bestände aus Speyer, Koblenz und Zweibrücken (www.lbz.rlp.de). Zeitgleich wurde ein neuer Service realisiert: Kostenfrei können seitdem nicht nur die Medien des eigenen Koblenzer Standorts bestellt werden, sondern auch diejenigen aus den anderen beiden Häusern.

Seit dem 1. September 2014 nehmen die Bibliotheken im LBZ zudem an der Onleihe Rheinland-Pfalz teil. Die Onleihe ermöglicht einen 24-Stunden-Service für die Benutzerinnen und Benutzer der Bibliotheken. Unter dem Motto „Digitale Medien Ihrer Bibliothek – rund um die Uhr“ können Sachbücher, Romane, Hörbücher, Sach- und Lernvideos sowie einige Zeitschriften und Zeitungen von den Bibliothekskunden ausgeliehen werden. Das Angebot wird ständig aktualisiert. Rund 60.000 E-Books und andere E-Medien stehen zur Ausleihe bereit.
Die Bibliothek wird anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens vom 2. November bis 2. Dezember 2017 eine Ausstellung der historischen Rheinlaufkarten aus der Sammlung Hellwig zeigen, zu der auch ein Begleitband im Rahmen der Schriftenreihe des LBZ erscheinen wird.