Kulturministerin Katharina Binz: “Bibliotheken und Leseförderung sind in Zeiten der Digitalisierung nötiger denn je”

Rheinland-Pfalz. Der 5. Schulbibliothekstag fand im Netz statt. Die Potentiale digitaler Medien für die Leseförderung von Schülerinnen und Schülern standen diesmal im Mittelpunkt des „5. Schulbibliothekstages Rheinland-Pfalz.

Dabei setzte sich Kulturministerin Katharina Binz gleich zu Beginn der Veranstaltung in ihrem Grußwort für eine gute digitale Infrastruktur für Bibliotheken und Schulbibliotheken im Land ein: „Das Lesen ist auch in Zeiten des Internets die Basiskompetenz um sich in der Welt zurecht zu finden und Informationen jeden Tag richtig zu verarbeiten. Zur Vermittlung von Lesekompetenz sind die Schulbibliotheken und die Bibliotheken allgemein dabei auch in Zukunft unersetzliche Partner“.

Der „Schulbibliothekstag“ ist die größte landesweite Fortbildung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schulbibliotheken aller Schulformen – von der Grundschule bis zum Gymnasium. Auf der erstmalig im Netz an zwei Tagen stattfindenden Fachtagung referierten Expertinnen und Experten aus dem ganzen Bundesgebiet. Er wurde vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) und der Kommission Zentrale Schulbibliothek veranstaltet. Bei dem virtuellen Treffen waren diesmal etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Schularten auch aus anderen Bundesländern und dem benachbarten Ausland dabei.

Nach dem Grußwort der Ministerin setzte Jan M. Boelmann, Professor für Literatur- und Mediendidaktik an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg mit seinem Vortrag „Andere Geschichten. Potentiale digitalen Lesens in der Schulbibliothek" den ersten fachlichen Impuls.

Wie lassen sich Kinder und Jugendliche im Digitalzeitalter für das Lesen begeistern? Die Expertinnen und Experten aus dem ganzen Bundesgebiet stellten interaktive Formate wie Karaoke-Lesen, Leseshows oder Buch-Dating vor. Sie zeigten auf, wie sich Leseleistungen von Klassen oder Schulen per App visualisieren lassen und erläuterten, wie Podcasting aus Bibliotheken gelingt. Fazit: Für eine effektive Vermittlung von Lesekompetenz ist es wichtig, die Veränderungen im Leseverhalten von Schülerinnen und Schülern aufzugreifen und die Chancen zu nutzen, die die neuen Medien bieten. Dabei spielen die Schulbibliotheken eine wichtige Rolle: Sie erfüllen nicht nur für das Lesen ein wichtige pädagogische Funktion, sondern sind auch für das selbstständige Lernen und die Umsetzung moderner Unterrichtskonzepte unverzichtbar.

Wichtig auch: Die Vermittlung von Informations- und Recherchekompetenz, die in Zeiten von Fake-News immer bedeutender wird. Den Lehrkräften und Mitarbeiter/innen in Bibliotheken wurden deshalb bei der Veranstaltung auch die neuen Online-Kurse und Video-Tutorials des LBZ vorgestellt. Das Landesbibliothekszentrum unterstützt Schulen durch Fortbildungen, vielfältige Ausleihangebote und Beratung beim Aufbau und Betrieb von Schulbibliotheken.

Wie der Wandel von einer kaum genutzten Bibliothek zu einem lebendigen Treffpunkt gelingen kann, zeigte der Praxisbericht aus einem Gymnasium: Hier wurden neben der Ausleihe aktueller Medien und Bücher für die Schülerinnen und Schüler Gruppenarbeitsräume gestaltet, Internet-Arbeitsplätze und auch Rückzugsräume angeboten. So gewinnen Schulbibliotheken als Lernzentren und als Orte für selbstbestimmtes individuelles Lernen zunehmend an Bedeutung.

Information und Kontakt:
Heike Steck
LBZ/Landesbüchereistelle Neustadt/Weinstraße
Telefon: 06321 3915-13
E-Mail: steck(at)lbz-rlp.de

Gudrun Colling
LBZ/Landesbüchereistelle Koblenz
Telefon: 0261 91500-309
E-Mail: colling(at)lbz-rlp.de