Gelungene Integration von Flüchtlingen: Immer “nur ein Einzelfall?”

Speyer. Interessante Ausstellung des Diakonischen Werks im Landesbibliothekszentrum / Pfälzische Landesbibliothek. Der Brand in Moria hat die Coronafixierung der deutschen Politik für einen Augenblick gestoppt: Noch immer warten viele Geflüchtete an den Grenzen unseres Kontinents auf die Chance, ein menschenwürdiges selbstbestimmtes Leben in Europa führen zu können.

Wer kommen darf, der fängt meist bei Null an. Dass Integration gelingen kann, zeigt eine neue Wanderausstellung des Diakonischen Werks der evangelischen Kirche der Pfalz mit dem Titel: „Nur ein Einzelfall“, die ab kommenden Montag, 28. September bis zum Samstag, 31. Oktober in den Räumen des Landesbibliothekszentrums / Pfälzische Landesbibliothek (LBZ) in Speyer Station macht.

Nicht selten werden Berichte über gelungene Integrationsgeschichten Geflüchteter mit dem Satz kommentiert: „Das ist doch nur ein Einzelfall!“ Die Ausstellung greift den Satz auf, nimmt ihn als Überschrift, um zu zeigen, dass nicht nur wenige, sondern viele Menschen ihren Weg in unserem Land gefunden haben. Alleine in Speyer fanden die Organisatoren  so viele gute Beispiele, dass es kaum möglich war, alle zu zeigen. „Nur ein Einzelfall“ konzentriert sich deshalb auf zehn geflüchtete Menschen aus der Stadt, die ihren Mehrwert für unsere Gesellschaft durch ihre beeindruckenden Integrationsgeschichten deutlich machen. Zusätzlich werden drei Partnerfotos präsentiert, die durch verschiedene Szenen mit Vorurteilen spielen, mit denen Menschen mit Migrationshintergrund tagtäglich zu kämpfen haben.

Entstanden ist die Idee aus dem Erfolg der (Schaufenster-) Ausstellung „Geschichten und Gesichter“ aus dem letzten Jahr. Die Porträtierten haben die Ausstellung aktiv mitgestaltet und konnten selbst entscheiden, welche Seite sie von sich zeigen möchten. Entwickelt wurde die Kampagne von Eva Kayas Bitar und Melissa Müller, Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werks. Die Fotos stammen von Betül Mis.

Die porträtierten Menschen stehen für viele weitere Schicksale. Dabei geht es Melissa Müller besonders um die Wertschätzung ihrer Leistung: „Einige Geflüchtete haben in ihrem Heimatland noch nie eine Schule besucht und schaffen es in einer fremden Sprache in einem Jahr ihren Hauptschulabschluss nachzuholen. Viele Auszubildende sind trotz der sprachlichen Herausforderung die besten ihrer Jahrgänge. Das finde ich beachtlich. Leider wird darüber zu wenig gesprochen.“ Schlagzeilen machten oft nur die Negativbeispiele.

Die Ausstellung wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Interkulturellen Wochen 2020 in Speyer am Sonntag, 27. September um 17 Uhr in der Gedächtniskirche in Speyer eröffnet. Anschließend teilt sie sich auf: Ab Montag, dem 28. September sind zehn Fotoporträts im Foyer des LBZ / Pfälzische Landesbibliothek zu sehen. Ab Freitag, den 9. Oktober steht dann die gesamte Ausstellung mit allen dreizehn Bannern im Foyer der Pfälzischen Landesbibliothek und des Landesarchivs Speyer.

Thema der Veranstaltung: Wanderausstellung „Nur ein Einzelfall?“
Termin: Ausstellungsort ab Montag, 28. September 2020: LBZ / Pfälzische Landesbibliothek
Organisator: Diakonisches Werk der evangelischen Kirche der Pfalz

LBZ / Pfälzische Landesbibliothek
Otto-Mayer-Str. 9, 67346 Speyer
Tel.: 06232 9006-224,
Mail: info.plb@lbz-rlp.de

Montag bis Freitag 9 – 18 Uhr, Samstag 9 – 12 Uhr
Eintritt frei