Fritz von Unruh: Schriftsteller, Demokrat, Pazifist. Virtuelle Ausstellung zum 50. Todestag von Fritz von Unruh

Koblenz. Vor dem Hintergrund der Coronapandemie setzt das Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek sein bereits erfolgreich erprobtes Ausstellungskonzept fort: Nach der digitalen Präsentation des berühmten Moseldichters Stefan Andres Ende Juni findet auch die Ausstellung zum 50. Todestag des in Koblenz geborenen Schriftstellers Fritz von Unruh im Netz statt, ergänzt durch Plakate an den Fenstern der Bibliothek.

Starttermin ist Mittwoch der 25. November 2020, die Plakat-Ausstellung endet am Samstag, den 2. Januar 2021.

Am 28. November 1970 starb Fritz von Unruh auf dem Familiengut Oranienhof in Diez an der Lahn. Grund genug für die Rheinische Landesbibliothek das Werk des Schriftstellers, Demokraten und Pazifisten zu würdigen und in Erinnerung zu rufen.

Der 1885 in Koblenz geborene Fritz von Unruh war in der Weimarer Republik ein gefeierter Buchautor und einer der Hauptvertreter des expressionistischen Dramas. Seine Erfahrungen als Freiwilliger im 1. Weltkrieg und weitere Erlebnisse hatten ihn zum überzeugten Militärgegner und Pazifisten gemacht. Für die Nationalsozialisten wurde er damit zum politischen Gegner: Nach der Machtergreifung 1933 war er deshalb in Deutschland nicht mehr sicher und floh über Italien, Südfrankreich und Spanien in die USA. Im Exil konnte er jedoch an seine früheren Erfolge als Schriftsteller nicht anknüpfen – neben dem Schreiben widmete er sich deshalb auch der Malerei.

Als einer der ersten Exil-Schriftsteller entschied sich von Unruh dann 1948 der Einladung zur Rückkehr nach Deutschland zu folgen. Zunächst war der Zuspruch groß – besonders nach seiner „Rede an die Deutschen“ in der Frankfurter Paulskirche 1948. Doch die Stimmung kippte bald als er die politische Restauration und die Wiederbewaffnung Deutschlands kritisierte. Auch die literarischen Erfolge blieben aus. Im Jahr 1955 zog er enttäuscht in die USA zurück, verbrachte aber ab 1962 seine letzten Jahre wieder in Deutschland. Er lebte in Frankfurt am Main und in Diez.

Die Rheinische Landesbibliothek konnte im Rahmen ihrer Sammeltätigkeit neben den Erstausgaben seiner Werke auch eigenhändige Briefe des Autors antiquarisch erwerben, dazu auch ein Schreiben von Thomas Mann an den Verleger Rudolf Schick in New York von 1946, in dem er Fritz von Unruh als Autor empfiehlt.

Laufzeit der Plakat-Ausstellung: 25. November 2020 bis 2. Januar 2021

Link zur virtuellen Ausstellung: https://lbz.rlp.de/de/ueber-uns/publikationen/virtuelle-ausstellungskataloge/unruh