Auf den Spuren des berühmten Moseldichters. Eine “etwas andere” Ausstellung zum 50. Todestag von Stefan Andres.

Koblenz. “Not macht erfinderisch” so lautet ein altes deutsches Sprichwort. Deshalb  gehen die Ausstellungsmacher des Landesbibliothekszentrums / Rheinische Landesbibliothek in Koblenz in der Coronakrise neue Wege: Die “etwas andere” Präsentation zum 50. Todestag des berühmten Schriftstellers Stefan Andres, der am 29. Juni 1970 in seiner Wahlheimat Rom starb, startet am Samstag, 27. Juni 2020 mit einer Plakatausstellung an den Fenstern der Bibliothek und virtuell im Netz.

Die Abbildungen stellte das Stefan-Andres-Archiv in Schweich zur Verfügung, in dem sich ein beachtlicher Fundus an Dokumenten zum Leben und Werk des Dichters aus dem Moselland befindet.   

Andres (1906-1970) wuchs in Schweich an der Mosel auf. Nachdem er die Zeit von 1937 bis 1949 in Positano (Italien) verbracht hatte, kehrte er nach Deutschland zurück und lebte von 1950 bis 1961 in Unkel am Rhein. In den 50er Jahren gehörte Andres zu den meistgelesenen deutschen Autoren. Seine bekanntesten Werke sind die Novellen „El Greco malt den Großinquisitor“ (1936) und „Wir sind Utopia“ (1942). Andres setzte sich in der Nachkriegszeit gegen die Stationierung von US-Raketen in Deutschland und gegen das Wettrüsten ein und engagierte sich für eine Verständigung zwischen Ost und West. Im Jahre 1961 kehrte er nach Italien zurück, wo er bis zu seinem Tod lebte. Sein Grab befindet sich auf dem Campo Santo 
Teutonico in Rom. 

Pünktlich zu diesem Gedenktag konnte das Landesbibliothekszentrum im Juni ein wertvolles Gedichtmanuskript des Autors erwerben, das 1948 in Positano entstanden ist. Das Manuskript stellt eine Bereicherung für die regionalen Sammlungen des Landesbibliothekszentrums / Rheinische Landesbibliothek dar, die neben historischen Drucken aus der und über die Region auch Briefe, Manuskripte und Nachlässe von Schriftstellern, Künstlern und anderen wichtigen Persönlichkeiten umfassen.

Laufzeit der Plakatausstellung: 27. Juni bis 3. August 2020
Link zur virtuellen Ausstellung