15 Jahre Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz: Wissensspeicher und Unterstützer vor Ort

In Rheinland-Pfalz gab es Ende 2018 insgesamt allein 615 Öffentliche Bibliotheken für circa vier Millionen Einwohner. Damit verfügt das Land pro 1000 Einwohner über die größte Bibliotheksdichte in Deutschland. Ansprechpartner und Klammer für die vielen haupt- und ehrenamtlichen Bibliotheken: Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ). 

Am 1. September 2004 gegründet, vereint das LBZ die wissenschaftlichen Regionalbibliotheken Bibliotheca Bipontina in Zweibrücken, die Pfälzische Landesbibliothek in Speyer und die Rheinische Landesbibliothek in Koblenz, sowie die Landesbüchereistellen in Koblenz und Neustadt/Weinstraße zu einer bibliothekarischen Serviceeinrichtung. Das LBZ und seine circa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen den Zugang zu weltweiten Informationsangeboten und die Nutzung moderner Informationstechnologien. Zusammen bilden die Einrichtungen des Landesbibliothekszentrums ein leistungsstarkes Kompetenzzentrum für alle Fragen in den Bereichen Medien- und Informationsvermittlung, der Leseförderung, der Beratung und Unterstützung von Bibliotheken in den Kommunen und Schulen sowie für den Erhalt des schriftlichen Kulturgutes. 

Allein das LBZ mit seinen drei Bibliotheken verzeichnete 2018 fast 13.500 Bibliotheksbesuche, hatte fast 2.500 Teilnehmer/innen bei Führungen und Schulungen und organisierte 54 kulturelle Veranstaltungen. Im Bestand sind zurzeit über 2 Millionen Medieneinheiten. Die Öffentlichen Bibliotheken im Land registrierten im Jahr 2018 3,7 Millionen Besucher.  

 „Meilensteine“ der letzten 15 Jahre

2006: Der neue Online-Katalog: Der schnelle Klick ins Netz 
Im Jahr 2006 wurde der neue Online-Katalog des Landesbibliothekszentrums in Betrieb genommen. Er eröffnete den Zugang zu den Beständen in Zweibrücken, Speyer und Koblenz in einer Datenbank. Mit diesem neuen Katalog entstand ein EDV-System, durch das erstmals der Zugriff auf alle Bestände der Landesbibliotheken eines Bundeslandes möglich war. 

2007: Die Rheinland-Pfälzische Personendatenbank : Schatz für Heimatforscher 
Die „Rheinland-Pfälzische Biographie“, federführend zusammengestellt vom LBZ gemeinsam mit den Stadtbibliotheken Trier und Mainz, wird 2007 um die „Rheinland-Pfälzische Personendatenbank“ ergänzt, die heute mehr als 12 000 Kurzbiographien von bedeutenden Landeskindern enthält. 

2008: „dilibri“: Digitalisierte Sammlung zur Landeskunde 
Seit 2008 betreibt das LBZ das Internetportal „dilibri“. Hinter dem Begriff verbirgt sich die digitalisierte Sammlung von landeskundlichen Werken zu Rheinland-Pfalz sowie von Beständen aus rheinland-pfälzischen Bibliotheken. Neben dem LBZ arbeiten die Universitätsbibliothek Trier und die Stadtbibliotheken in Mainz und Trier aktiv mit. 

2008/2009: Leseförderung vor Ort für Kinder und Jugendliche 
Leseförderung und Medienkompetenz – sie gehören zum unverzichtbaren Handwerkszeug im Informationszeitalter. Unterstützt vom Land startete das LBZ gemeinsam mit seinen Büchereistellen und vielen haupt- und ehrenamtlichen Bibliotheken im Land 2008 den „LESESOMMER Rheinland-Pfalz“, der sich bis heute zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Waren zu Beginn noch 88 Bibliotheken mit im Boot, sind es 2019 bereits 198. Die Zahl der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen stieg auf über 20 000. Aber auch die Aktionen „Schultüte“, „Lesewelten entdecken“, „Adventskalender“ oder „Büchereipiraten“, die alle im Rahmen des Kooperationsprojekts „Lesespaß aus der Bücherei“ im Rahmen der Initiative „Leselust in Rheinland-Pfalz“ organisiert werden, sind hier zu nennen. Im Jahr 2009 wurde das Landesbibliothekszentrum mit dem Projekt „Lesespaß aus der Bücherei“ als „Ausgewählter Ort“ im Wettbewerb „Deutschland - Land der Ideen“ ausgezeichnet.  

2010: Onleihe-Verbund der Bibliotheken im LBZ startet 
E-Medien werden auch bei den Bibliotheken immer wichtiger, wenn es um die Literaturversorgung geht: Immer mehr Öffentliche Bibliotheken beteiligen sich am Onleihe-Verbund, den das LBZ mit seinen Landesbüchereistellen seit 2008 koordiniert. Mit steigendem Zuspruch: Waren es in der ersten Jahreshälfte 2018 noch 535.000 Ausleihen stieg die Zahl 2019 auf fast 650.000.

2012: „Schulbibliothekstag“ aus der Taufe gehoben 
Schulbibliotheken sind das Rückgrat der schulischen Bildung: Der Meinungs- und Informationsaustausch zwischen Bibliotheken, Lehrern und Experten ist deshalb wichtig. Im Jahr 2012 fand erstmals der rheinland-pfälzische Schulbibliothekstag statt. Veranstalter sind das LBZ und die „Kommission Zentrale Schulbibliothek“ mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. 

2015: Landesbibliothekszentrum im Länderverzeichnis „national wertvolles Kulturgut“ vertreten
Die historischen Bestände der wissenschaftlichen Bibliotheken des LBZ gehören zum kulturellen Erbe der jeweiligen Region und dokumentieren ihre Geschichte. Das LBZ konnte in den letzten 15 Jahren einige wertvolle schriftliche Quellen in seinen Besitz bringen: Zu nennen sind die historischen „Rheinlaufkarten“ und der Ankauf des Slevogt-Nachlasses. Mit diesem Nachlass und mit dem Gründungsbestand der Bibliotheca Bipontina ist das LBZ seit 2015 im Länderverzeichnis national wertvolles Kulturgut vertreten. 

2016/2017: Flüchtlinge und Zuwanderer werden Thema im LBZ 
Politische Umbrüche und gesellschaftliche Entwicklungen sorgen für neue Aufgaben für das Landesbibliothekszentrum. So stellt die Landesbüchereistelle mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums 2016 ihr neues Angebot Medienkisten für Flüchtlinge vor: Sie enthalten Bücher und andere Medien, die dem Erlernen der deutschen Sprache, der Leseförderung sowie der Orientierung und der Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden dienen sollen. Seit 2017 gibt es ein weiteres neues Angebot für Zuwanderer: Die sogenannte “LernBar“. Hier präsentiert die Rheinische Landesbibliothek spezielle Materialien zum Deutschlernen und landeskundliche Informationen über das Leben in Deutschland. 

Die digitale Zukunft im Jubiläumsjahr 2019:Das LBZ entwickelt sich weiter 
Als Vorreiter in Deutschland will das LBZ für die Bibliotheken in Rheinland-Pfalz erstmals gemeinsam ein innovatives Informations- und Lernportal im Rahmen der Digitalisierungsoffensive des Landes anbieten. Dieses Portal soll allen Bürgerinnen und Bürgern im Land als Tor zu den von den Bibliotheken bereitgestellten Informationen und Lernangeboten dienen. Entwicklung und Vorarbeiten laufen.  

Im Jubiläumsjahr 2019 gibt es zudem wichtige Neuerungen in den wissenschaftlichen Bibliotheken im LBZ: Das Discovery-System DigibibIntrox erleichtert zukünftig die Recherche im Online-Katalog und in Datenbanken unter der Oberfläche mit moderner Suchmaschinentechnologie. Gleichzeitig setzt die Landesbüchereistelle im LBZ im Jubiläumsjahr (vor allem) für kleinere öffentliche Bibliotheken mit Zusatzmitteln des Landes das Programm „Digitaloffensive“ um. Das Ziel: Auch in ländlichen Regionen die digitalen Angebote in allen Bibliotheken besser nutzbar zu machen. Dazu wurde der von der Landesbüchereistelle betreute Bibliothekskatalog Rheinland-Pfalz nach 20 Jahren im Einsatz verbessert und renoviert. Bei der Neugestaltung stand eine einfache Handhabung ebenso im Mittelpunkt wie ein attraktives Design. Erstmals haben jetzt alle teilnehmenden Bibliotheken eine eigene Seite, auf der sie ihre Angebote präsentieren können (open@lbz-rlp.de). Modernisierung und Neugestaltung steht auch im Mittelpunkt der seit einigen Wochen andauernden Umbaumaßnahmen der Räume im Erdgeschoss der Rheinischen Landesbibliothek. Als Stichworte seien hier genannt: Die Einführung der Selbstverbuchung geliehener Medien und Bücher durch die Nutzer, eine 24-Stunden-Rückgabe, die Schaffung neuer Gruppenarbeitsräume und die Einrichtung eines Lounge-Bereichs.

Programmflyer zum Mitmachtag am 19. Oktober in Koblenz (pdf-Datei)
Programmflyer zum Mitmachtag am 19. Oktober in Speyer (pdf-Datei)
Programmflyer zum Mitmachtag am 19. Oktober in Zweibrücken (pdf-Datei)